Naturerbeverein stellt letzte Projekte vor und will mehr beobachten

Vogel-Wohngemeinschaft auf der Zielgeraden

+
Vereinsvorsitzender Ulf Müller (v.l.), sein Vize Uwe Hundt und Andreas Forke vom Energieunternehmen Avacon vor dem gerade umgebauten Rademiner Trafoturm und mit einer Tafel, die für Thielbeer gedacht ist. Das Projekt befindet sich auf der Zielgeraden. 

Rademin. Schleiereulen, Sperlinge, Turmfalken, Fledermäuse, Hausrotschwänze, Insekten und einige Tierarten mehr profitieren vom Engagement Ehrenamtlicher sowie der Stiftung Umwelt-, Natur- und Klimaschutz Sachsen-Anhalt.

Was der Naturerbeverein vor Jahren in Schernikau begann, ist zu einer Erfolgsgeschichte geworden und nun in der finalen Phase. Wie Vorsitzender Ulf Müller betonte, sind die Kräfte begrenzt, Hilfe gibt es immer wieder von der Sparkasse. Vom Verein aus wurden und werden die letzten Trafotürme für Vögel umgerüstet. Dazu gehören Nistkästen, Öffnungen sowie Verschalungen. Insektenhotels sowie Infotafeln ergänzen die Gebäude. Auf diesen ist, wenn bekannt, die Geschichte der Gebäude vermerkt. Ergänzt mit weiterer Heimathistorie und aktuellen Naturdetails. Diese werden von Eva-Maria und Lothar Mittag erarbeitet.

„Wir konnten uns immer auf Partner verlassen“, betonte Ulf Müller bei einem Pressegespräch in Rademin. Dazu gehört die Avacon, die die Türme nach dem Umrüsten zur Verfügung stellt, genauso wie die Einheitsgemeinde Arendsee. Denn die meisten neuen Vogeldomizile stehen in den verschiedenen Dörfern. Schrampes Turm konnte durch Privatinitiative von Anna Zorra Bölke vorm Abriss gerettet werden. Aber auch über Arendsees Grenzen hinaus gibt es den Willen, die historischen Gebäude, mit denen die Elektrifizierung in der Altmark verbunden ist, zu erhalten. Ulrich Keitel setzte sich für Liesten stark ein. Dort hat eine Schleiereule bereits fünf Eier gelegt. In Rademin hat sich die Jagdgenossenschaft starkgemacht. Ulf Müller und seine Mitstreiter haben nun die Idee, das tierische Leben zu filmen und die Aufnahmen per Internet zugänglich zu machen. Über zehn umgerüstete Bauwerke gibt es inzwischen.

Zunächst geht es aber darum, die letzten Türme zu bestücken. Diese stehen in Ladekath und Pretzier, dort bringt sich das Festival Forest Jump ein. Dann sollen die Gebäude nicht nur unterhalten, sondern auch das Innenleben beobachtet sowie ausgewertet werden. Eine Ausnahme gibt es: Der Kassuhner Trafoturm. Dort hat der Verein seinen Sitz. Das Gebäude ist aber noch in Betrieb. Das könnte sich 2018 ändern, wie Andreas Forke (Avacon) am Mittwoch prognostizierte. Dies soll dann der letzte Turm für den Verein werden.

Die Ehrenamtlichen wollen ihre Erfahrungen weitergeben und Mut machen. So wurde ein Vortrag ausgearbeitet. Dabei geht es um die Frage, wie sich ein Trafoturm zur Heimstätte für Tiere ausbauen lässt. Interessierte können sich an den Naturerbeverein Vissum wenden. Dieser ist unter Tel. (03 90 34) 94 18 63 erreichbar. Die E-Mail-Adresse: info@naturerbeverein-vissum.de

Von Christian Ziems

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare