Borchert spendiert Bier und Bratwürste

Schlagzeilen-Verwirrung in Magdeburg führt zu Danke-Aktion in Dessau (Arendsee)

Carsten Borchert (l.) bei seinem Besuch in Dessau (Arendsee)
+
Ein Heimspiel für Carsten Borchert (l.): Der kleinste Arendseer Wahlbezirk, Dessau, entpuppte sich als Wahlhochburg mit den meisten Stimmen für die CDU.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
    schließen

Normalerweise kommen die Kandidaten für ein politisches Amt immer vor der Wahl zu den Leuten; Carsten Borchert (CDU), frisch wiedergewählter Landtagsabgeordneter aus Jübar, machte am vergangenen Freitag den umgekehrten Schritt.

Dessau – Carsten Borchert kam nach der für ihn erfolgreichen Wahl, um sich bei den Einwohnern des kleinen Arendseer Ortsteils für die höchste Wahlbeteiligung (74 Prozent) und sein bestes Ergebnis (48 Prozent) in der Einheitsgemeinde Arendsee zu bedanken. An der „Alten Waage“ versammelten sich Dessauer, um gemeinsam mit Borchert zu plaudern, Bier aus Kleinau zu trinken und Bratwürste aus Wendischbrome zu essen.

Die AZ war ebenfalls vor Ort, denn schließlich hatte ein Artikel in der Altmark-Zeitung das Ganze erst ins Rollen gebracht. „Halb Dessau steht hinter Borchert“, hieß es ein paar Tage nach der Landtagswahl wenig dezent auf der Arendsee-Seite.

Weil die AZ auch in Magdeburger Politikkreisen gelesen wird, gab es in der Folge offenbar große Verwirrung. Seit zwei Wochen werde er auf seinen vermeintlichen Wahlerfolg in der gleichnamigen, aber ungemein größeren Elbestadt angesprochen, erklärte Carsten Borchert. „Bist du umgezogen?“, soll er beispielsweise gefragt worden sein, berichtete der Altmärker am Freitag amüsiert. Für ihn stand jedoch fest: Er wolle sich bei seinen wohl treuesten Wählern im Arendseer Gebiet bedanken.

Nun könnte der Zyniker sagen: Das beweist wieder einmal, dass die in der Landeshauptstadt nicht weiter als bis zur A 2 denken können. Dessauer Einwohner (also die aus dem Arendseer Ortsteil) erwähnten der AZ gegenüber allerdings von ganz ähnlichen Verwirrungen bei hiesigen Dienstleistern. Eine Frau sagte etwa, im Krankenhaus hätten sich die Mitarbeiter gewundert, warum sie für einen Termin extra aus dem Landessüden in die Altmark gekommen sei. Und sogar Borcherts Brötchendamen (für die Bratwürste) hatten so ihre Schwierigkeiten, das Dorf zu finden. Umso größer der Applaus, als sie endlich an der „Waage“ eintrafen.

Während der Feier lernte Carsten Borchert mit Rudi Krüger (94 Jahre) und Ella Ebeling (10,5 Monate, siehe Foto links) sowohl den ältesten als auch die jüngste Einwohnerin Dessaus kennen. Arendsees Bürgermeister Norman Klebe war mit seiner Familie ebenfalls erschienen; Jens Reichardt aus dem Nachbarort Sanne kümmerte sich um den Grill. „Die lernen dich kennen und wählen dich nicht mehr“, hatte ein Parteifreund Borchert zuvor noch scherzhaft gewarnt. Diese Sorge dürfte nach dem Abend unbegründet sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare