Feier im KiEZ zum 25. Geburtstag / Investitionen und ungewöhnliche Gäste

Ein Verein, der Urlauber glücklich machen will

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Die Mitarbeiter schauten gestern in alte Zeitungsartikel und tauschten Erinnerungen aus. Das KiEZ hat ganzjährig 300 Betten, während der Saison kommen 200 in ungeheizten Räumen dazu. 

Arendsee. Gestern vor genau 25 Jahren wurde ein Verein gegründet, der den Tourismus in der Arendseer Region maßgeblich prägt.

Sein Ziel, das Kinder- und Jugenderholungszentrum (KiEZ) zu einem Urlaubermagneten mit jährlich rund 15 000 Gästen sowie etwa 50 000 Übernachtungstagen wurde erreicht und wird weitergeführt. Vorsitzender Hans-Jürgen Ostermann unterstrich gestern, dass dies ohne Mitglieder und Mitarbeiter keine Realität geworden wäre. Aus seiner Zeit als Landrat sind ihm die schwierigen Anfangsjahre bekannt.

Vorstantsmitglied Christiane Meyer (v.l.), Vorsitzender Hans-Jürgen Ostermann und Geschäftsführerin Irmela Spöttler schnitten gestern die Geburtstagstorte an.

„Große Hilfe vom Sozialministerium sowie dem Altmarkkreis gab es immer wieder. Ich gestehe, beim Gedanken an so manche schwierige Zeiten einen Kloß im Hals zu haben“, erinnerte sich Geschäftsführerin Irmela Spöttle gestern. Die Einrichtung wurde von 1990 bis 1994 von einer Magdeburger Kindervereinigung bewirtschaftet. Nach dem Gründen des Vereins war schnell klar, die Ehrenamtlichen wollen die Trägerschaft vom neun Hektar großen Gelände übernehmen. Dies dauerte bis 1994. Die Treuhand wollte zunächst 1,2 Millionen DM, schließlich konnte es für 850 000 Euro übernommen werden. „Wir mussten damals einen Kredit aufnehmen und haben insgesamt zehn Jahre abbezahlt. Das KiEZ ist schuldenfrei“, erklärte sie stolz.

Gestern gab es aber nur eine kleine Feier, da Anreise- und Abreise anstand. Trotzdem hatten die derzeit 27 Mitarbeiter – in der Saison sind es 38 Frauen und Männer – Gelegenheit, bei einem Frühstück in alte Unterlagen, Zeitungsartikel und Werbemittel zu stöbern. Irmela Spöttle erinnerte sich an ungewöhnliche Gäste, die keine Urlauber waren. Und zwar nutzten Polizisten, die die Castor-Transporte im benachbarten Wendland bewachten, die Einrichtung für Ruhephasen.

Kinder- und Jugendliche gehören zu den Hauptkunden. Aber auch immer mehr Vereine nutzen die vielen Möglichkeiten wie verschiedene Veranstaltungsräume, sportliche sowie kreative Angebote. „Das Prinzip, dass wir uns der Konkurrenz stellen und immer wieder Dinge bieten müssen, die andere nicht haben, gilt jetzt noch mehr als früher“, betonte Irmela Spöttle.

Die Vergangenheit der Ferieneinrichtung reicht aber weit über die 25-Vereinsjahre hinaus. Bereits ab 1930 Jahren gab es dort Aktivitäten. Vollständige Aufzeichnungen gibt es seit dem Jahr 1951. Damals wurde dort das zentrale Pionierlager „Maurice Thorez“ gegründet. Zunächst gab es nur Zelte, ab 1960 die ersten Sommerbungalows. Es kamen im Laufe der Jahre weitere Gebäude wie Bettenhäuser und Speiseraum hinzu. Eine Anekdote gibt es zum Bau der Zufahrtsstraße, die bis heute existiert. Sie entstand, kurz bevor der damalige Sekretär des Zentralrats der Freien Deutschen Jugend (FDJ), Egon Krenz, die Einrichtung am Lindenpark besuchte.

Große Investitionen prägten die vergangenen Jahr. Seit 1998 wird saniert, abgerissen und neu gebaut. Häuser mit Urlauberzimmern, Gästebungalows, Spiel- und Sporttenne, ein Freizeit- und ein Aktivhaus – die Liste der Projekte ist lang. Derzeit wird aus einem alten Dusch- ein Turmhaus. Dies soll am 18. Januar eingeweiht werden. Dann wird auch noch mal das 25-jährige Bestehen des Vereins gewürdigt. Irmela Spöttle nutzte gestern die Gelegenheit, dass Engagement des Vorstandes hervor zu heben. Auf diesen könne sie sich immer verlassen. Christiane Meyer ist seit Anfang an, also 25 Jahre dabei.

Von Christian Ziems

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