Stadtrat Schlicke äußerte angesichts des Wasserstandes eine Vermutung

Verdacht: Seewasser für die Felder im Wendland?

Der Wasserstand des Arendsees ist so gering, dass derzeit kein Wasser abfließen kann. Das Wehr ist aber auch nicht geschlossen. In den Ämtern besteht kein Handlungsbedarf. Foto: Güssefeld

Arendsee. „Kann es sein, dass der andauernd niedrige Wasserstand im Arendsee den Grund hat, die Gräben und damit die Felder im Wendland zu bewässern?“ Stadtrat Thomas Schlicke (Die Linke) ließ mit seinem Verdacht während der Bauausschusssitzung am Mittwoch aufhorchen.

Er habe gehört, dass das der Grund wäre – die Verwaltung solle sich schlau machen. Bauamtsleiter Gert Reckling rief gestern Morgen im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft an. Am Telefon war Hans-Jörg Steingraf. Seine Antwort: Der Pegel des Arendsees entspreche einer wasserrechtlichen Genehmigung, darin seien einzuhaltende Wasserstände vermerkt. Dass mit dem Seewasser ohne Rücksicht auf Arendseer Interessen die Felder im Wendland gewässert werden sollen, davon wisse er nichts.

Der derzeitige Wasserstand liege rund 40 Zentimeter unter dem Normalpegel, erklärte „Queen“-Kapitän Ralf Porath. Zeitweise habe es beim Anlegen des Schiffes im Heimathafen Probleme gegeben. Und Jürgen Pieper, der gestern auf dem Arendsee angelte, kann nicht verstehen, dass das gute Oberflächenwasser in Richtung Westen abfließt. Beim Fischer in Zießau ein ungewohntes Bild: Am Anleger sind über fünf Meter in Richtung Seemitte nur noch Matsch und Modder – das Anlegen der Maränenflotte funktioniert nicht mehr. Teile des Schilfes sind ohne Wasser. Mögliche Brut liegt im Trockenen. „Die Situation dauert seit Wochen an“, so Thomas Kagel.

Die AZ fragte gestern auch im Umweltamt des Altmarkkreises nach. Claudia Lembke bezeichnete die Aussagen von Thomas Schlicke als haltlos. „Wir haben zu dieser Jahreszeit immer einen Tiefstand beim Wasser“, sagte sie. Derzeit fließe nichts ab. „Wir sind angesichts des Tiefstandes nicht besorgt, weil wir dann eventuellen Niederschlagsmengen im Herbst und Winter ruhig entgegensehen können“, so die Sachgebietsleiterin. Es bestehe derzeit kein Handlungsbedarf.

Von Harry Güssefeld

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