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Verdacht erhärtet sich: Es war das Gift Zyankali

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Gifteinsatz der Feuerwehren am Sonntag nahe des ehemaligen Arendseer Güterbahnhofs. Die Einsatzkräfte bereiten den Abtransport der gefundenen Behältnisse vor. Der Einsatzort war weiträumig abgesperrt.
Gifteinsatz der Feuerwehren am Sonntag nahe des ehemaligen Arendseer Güterbahnhofs. Die Einsatzkräfte bereiten den Abtransport der gefundenen Behältnisse vor. Der Einsatzort war weiträumig abgesperrt. © Ziems

Arendsee. Vermutet wurde es schon am Sonntag: Der Chemikalienfund von Arendsee in einer Gartenanlage an dem alten Güterbahnhof steht vermutlich in Zusammenhang mit einem Wohnungseinbruch von 2010. „Wir haben drei Behälter mit Zyankali sichergestellt.

Darunter zwei Apothekerflaschen, wie sie vor vier Jahren aus einer Wohnung in Arendsee verschwunden sind“, so Gerd Schönfeld von der Pressestelle der Polizei. Beim dritten Behältnis handelt es sich um eine Plastebox mit der Aufschrift „Kaliumcyanid“. Die Untersuchungen der am Sonntag gefundenen Chemikalie hatte der Altmarkkreis in Auftrag gegeben und gestern verlauten lassen, dass es sich fast sicher um das hochgiftige Zyankali handelt.

Die AZ hatte am 3. März 2010 unter dem Titel „Ein Kilo Zyankali in falschen Händen“ darüber berichtet, dass aus einer Wohnung in Arendsee die Chemikalie entwendet worden war, die zu Restaurationszwecken im Besitz des Wohnungsinhabers war. Also in legalem Besitz. Der Diebstahl hatte damals für extreme Unruhe in Arendsee gesorgt. Bürgermeister Norman Klebe hatte zudem kritisiert, dass die Stadt über den Giftdiebstahl nicht informiert worden war. Damals waren die Medien, aber nicht die Gefahrenabwehrbehörde benachrichtigt worden, erklärte Klebe vor vier Jahren. Das Gift war nie gefunden worden. Es war im Februar 2010 vermutlich in einer Aldi-Tüte aus der Wohnung geschafft worden. Dass die Chemikalie einem Restaurator gehöre, sorgte in Arendsee nicht gerade für Erleichterung. Nachfragen bei der Polizei ergaben allein die Warnung vor dem Gift, das bereits bei Hautkontakt zu schweren Folgen, aber auch zum Tod führen kann.

Ein Kleingärtner hatte am Sonntagmittag die Chemikalien in einer Hecke entdeckt. Die Feuerwehr rückte an, 28 Kameraden aus Salzwedel, Arendsee sowie vom Abc-Trupp Kalbe wurden gegen 12.45 Uhr alarmiert. Eine Spezialfirma soll noch gestern das Material in Salzwedel abgeholt haben, um es zu entsorgen, so Hans Thiele, Dezernent beim Altmarkkreis. Die Ermittlungen der Polizei dauern indes an.

Von Harry Güssefeld

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