Kurtaxe rund 50 000 Euro jährlich / „Schwarze Schafe“ bei Vermietern

Urlauber zahlen für Rutsche und Museum mit

Innerhalb von 24 Stunden nach Ankunft des Gastes muss der Vermieter diesen auf einem vorgegebenen Vordruck anmelden.
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Innerhalb von 24 Stunden nach Ankunft des Gastes muss der Vermieter diesen auf einem vorgegebenen Vordruck anmelden. So steht es in der Satzung über die Erhebung der Kurtaxe. Wer das nicht macht, dem droht eine Geldbuße von bis zu 10 000 Euro.

Arendsee. Zwischen dem 1. Mai und 31. Oktober müssen Besucher der Stadt Arendsee eine Kurtaxe bezahlen. So sagt es die „Satzung über die Erhebung einer Kurtaxe“, die für Arendsee gilt.

Konkret: Nur für den Ortsteil Arendsee der Einheitsgemeinde Stadt Arendsee, nicht für Genzien und Gestien. Gerüchten, dass die Kurtaxe in Zukunft auch in den anderen Orten der Einheitsgemeinde erhoben wird, erteilte Kämmerin Sigrid Lüdecke gestern eine klare Absage. „Kurtaxe darf nur in Orten mit einem bestimmten Status, so dem Luftkurort, erhoben werden“, erklärt sie. Und diesen Titel mit entsprechendem Luft- und Klimagutachten gebe es nur für Arendsee. Auch in der derzeit in Arbeit befindlichen neuen Satzung wird das nicht geändert, hieß es gestern.

Die Stadt plant jährlich mit einer Summe von rund 45 000 Euro Einnahmen durch die Kurtaxe. 2011 wurden sogar 51 600 Euro realisiert. Dennoch weiß man auch im Rathaus, dass es in Arendsee schwarze Schafe unter den Vermietern gibt, die generell keine Kurtaxe erheben. „Auch wenn enorme Strafen angedroht sind“, fügt Sigrid Lüdecke an – bis zu 10 000 Euro sieht die Satzung vor. Warum werde nicht gezielt kontrolliert, wollte die AZ wissen. Das gestalte sich schwierig. Obwohl das Ordnungsamt befugt wäre, so die Kämmerin. Urlauber im Ortsteil Arendsee wie an der Ostseeküste zu kontrollieren, das sei in Arendsee derzeit kein Thema – rund 20 Jahre nach der Einführung der Kurtaxe gebe es immer noch Vermieter, die glauben, dass die Urlauber durch die Abgabe mehr als über Gebühr belastet würden, so Sigrid Lüdecke. „Es ist in allen Luftkurorten so, dass gezahlt werden muss“, sagte sie.

Und die Gründe dafür lägen auch auf der Hand. Die Kurtaxe wird auch in Arendsee ausschließlich für den Bereich des Tourismus ausgegeben. Und zwar anteilig bei Reparaturkosten, aber auch für Neuinvestitionen. Die Kämmerin nannte Beispiele: So seien Mittel in die Anlagen im Strandbad geflossen, in die Gestaltung der Kurwege, auch als Zuschuss an das Museum und für Toiletten. In der neuen Kurtax-Satzung soll es eine Kalkulationsanlage geben, aus der genau ersichtlich sein soll, welche Bereiche mit wieviel Anteil aus der Kurtaxe rechnen können.

Erwachsene zahlen derzeit einen Euro pro Übernachtung in Arendsee, Jugendliche von 16 bis 18 Jahre 0,50 Euro pro Nacht. Darüber hinaus gibt es noch die Saisonkurtaxe. Sie wird von den Bewohnern im Bungalowdorf erhoben, die sich dort ohne einen eingetragenen Hauptwohnsitz die Saison über dort aufhalten.

Von Harry Güssefeld

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