Knall im Ortschaftsrat

Gerätehaus und Spielgeräte: Unzufriedenheit mit Verwaltung kochte in Kleinau über

Neben der Mehrzweckhalle in Kleinau soll die Seilbahn für Kinder entstehen.
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Neben der Mehrzweckhalle in Kleinau soll die Seilbahn für Kinder entstehen.

Es war kalt im Versammlungsraum in Kleinau, aber die Gemüter hatten sich schnell erhitzt. Wieder kamen Probleme auf den Tisch, die nach Ansicht der Ratsmitglieder und Gäste schon längst überfällig seien.

Kleinau / Arendsee – Wichtiges Thema am Mittwochabend während der Ratssitzung war das Gerätehaus Kleinau. Die Decke und eine Absauganlage hatten bereits vor Jahren Hauptamtsleiterin Anja Schrader und ihr Nachfolger Andreas Koch als notwendig empfunden. Mit dem aktuellen Hauptamtsleiter Michael Niederhausen habe man bislang keine wegweisenden Telefonate führen können, hieß es.

„Es geht auch um die Gesundheit der Kameraden“, hieß es am Mittwochabend. Denn die Asbestdecke drohe herabzufallen. Die Holzkonstruktion, die das verhindern soll, erfülle ihren Zweck auch nicht mehr.

„Womit sollen wir die Kameraden noch begeistern, wenn sie sehen, dass aus der Verwaltung keine Signale kommen, die Missstände zu ändern?“, fragte Mark Salzmann, Ortswehrleiter in Kleinau. Es solle nun noch einmal Druck gemacht werden, waren sich die Kleinauer Ortschaftsratsmitglieder einig.

Dieser Druck kam offenbar ganz schnell im Arendseer Rathaus an. Bereits früh am Donnerstag erklärte Bürgermeister Norman Klebe, die Vorwürfe aus Kleinau nicht so stehen lassen zu wollen. Am Tage folgte dann eine Aussprache mit Kleinaus Ortsbürgermeister Sven Schottenhamel. Dieser monierte etwa, dass sich die Verwaltung mehr darum kümmern müsse, was in den Orten protokolliert wird.

Michael Niederhausen schilderte später gegenüber der AZ den Sachstand aus Sicht der Verwaltung. Vor seiner Zeit, meinte er, habe es im Kleinauer Gerätehaus tatsächlich Löcher in der Decke gegeben. Diese seien jedoch provisorisch verschlossen worden. Und wenn die Decke nicht belastet werde, halte sie auch, erfuhr die AZ.

Der zweite Zwist dreht sich um die Absauganlage. Die wäre für Kleinau sicher ideal, so der Hauptamtsleiter, aber hierbei müsse der finanzielle Rahmen Arendsees im Auge behalten werden. Bürgermeister Klebe verwies für mögliche Ausgaben einerseits auf den Stadtrat, der entscheide, worin Geld investiert werde, und andererseits auf die Haushaltsplanung der Einheitsgemeinde ab 2022.

Als Übergangslösung in Kleinau sei ein Aufsteckfilter gegen die Abgase des Feuerwehrfahrzeugs vorgesehen, erfuhr die AZ. Der sei jedoch aufgrund von Lieferschwierigkeiten noch immer in der Beschaffung. Dieses Jahr soll er kommen.

Auch zu den Spielgeräten gab es die immer wiederkehrende Kritik an der Verwaltung. Längst sollte ein Großteil in den Ortsteilen aufgebaut sein, allein die Seilbahn in Kleinau sei für 2022 zugesagt gewesen. Es gab sogar den Verdacht bei den Zuhörern, dass die Geräte für Kleinau schon längst an anderen Stellen und Orten aufgebaut worden seien. Das bestätigte Ortsbürgermeister Schottenhamel allerdings nicht.

Hierzu nahm Hauptamtsleiter Niederhausen ebenfalls Stellung. Er verwies auf die Probleme beim Wirtschaftshof, wo lange Zeit die Hälfte der Mitarbeiter ausgefallen sei. Er schlug vor, dass die Kleinauer den Geräteaufbau mit Eigenleistung unterstützen. Er versperre sich dem nicht, meinte Sven Schottenhamel zur AZ, aber die Verwaltung müsse sich dann auch mal bei ihm melden.

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