Neuregelungen zur Laubabfuhr erregen die Gemüter / Betroffene suchen Gespräch

Unverständnis am Seeweg

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Die Stadt pflanzte einst Bäume. Deren Laub fliegt auch auf privates Gelände. Doch wer muss das Laub abfahren?

swz Arendsee. Mit Argwohn haben Anlieger des Seeweges auf die Ankündigung aus dem Rathaus reagiert, wonach vorgesehen ist, die Laub- und Grünschnittabfuhr – bislang gegen eine entsprechende Gebühr – einzustellen.

Im Rahmen des Ausbaus des Seeweges zum Terrainkurweg bis 2008 wurden unter anderem entlang des Weges zahlreiche Bäume von der Stadt angepflanzt, deren Laub auch auf den Seeweg fällt. Diese Bäume werden von der Stadt als ihr Eigentum angesehen und auch mit Pflegemaßnahmen wie Baumschnitt bewirtschaftet. „Wenn die Stadt rechtlich Eigentümer der Bäume ist, muss sie auch für eine Laubreinigung sorgen. Da greift das Verursacherprinzip“, so die Anlieger. Da ein Teil der Bäume auf Privatgrundstücken – ohne Absprache und schriftlichen Vereinbarungen mit den jeweiligen Grundeigentümern –gepflanzt wurden, ist die Eigentumsfrage nicht abschließend rechtlich geklärt.

In einer Bürgerfragestunde, die zur Eröffnung des Weges in Anwesenheit des damaligen Bürgermeisters Klaus Führ sowie Amtsleitern abgehalten wurde, wurden die Anlieger informiert, dass der Seeweg aus einem ganz speziellen Material hergestellt wurde und daher von der Stadt auch gesondert gepflegt werden muss. Aus diesem Grund wurde ein Bezahlsystem für Teile des Seeweges eingeführt. Weiterhin sollte damit vermieden werden, dass die Grundstücksbesitzer mit Privatwagen auf dem Seeweg fahren, um Laub abzutransportieren oder dass unansehnliche Komposthaufen entlang des Weges entstehen. Zudem galt es, eine einheitliche Pflege auf dem stark frequentieren Weg, ein Aushängeschild für den Tourismus, zu garantieren. Damit der Wirtschaftshof die Aufgaben leisten konnte, wurde spezielle Technik dafür beantragt und genehmigt.

Viele Anlieger verstehen nun nicht, dass das alles nicht mehr gelten soll. Da der Laubanfall vom Seeberg, Seeweg und den Parzellen erheblich ist, müssen sie mit ihren Fahrzeugen im Frühjahr und Herbst auf dem Seeweg fahren, was sicherlich zu einer Verschlechterung des Weges führen wird. Auch kann besonders die Pflege des Hanges nur auf ein vorgeschriebenes Mindestmaß zurückgefahren werden, denn neben älteren Anliegern und auswärtigen Grundeigentümern hat auch die Stadt am Seeweg zahlreiche Grundstücke.

„Die Anlieger suchen nach einem Gespräch mit den Verantwortlichen im Rathaus“, so einer der Vertreter. Um eine annehmbare Lösung für alle Seiten zu finden.

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