Ein Zettel, der zu Spekulationen anregt

Kaufen oder bleiben lassen: Unterschiedliches Meinungsbild zur Arendseer Strandgaststätte

Die Strandgaststätte an der Lindenstraße in Arendsee
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Die Strandgaststätte an der Lindenstraße in Arendsee fügt sich zwar optisch gut in das Strandbad-Ensemble ein, ist aber in privaten Händen. Daraus haben sich in den vergangenen Jahren so manche Probleme entwickelt.
  • Jens Heymann
    vonJens Heymann
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Ein handgeschriebener Zettel im Schaukasten an der Arendseer Strandgaststätte regt die Fantasie an: „Zum Verkauf“ steht dort, nur schriftliche Angebote werden akzeptiert. Keine Telefonnummer, kein Name ist vermerkt.

Arendsee – Das Objekt an der Lindenstraße ist ein wunder Punkt in der jüngeren Geschichte der Seestadt. Sie gehört optisch zum Strandbad-Ensemble, aber so richtig heimisch fühlte es sich in den vergangenen Jahren nicht an. Das lag mit Sicherheit am schwierigen Verhältnis zwischen dem öffentlich betriebenen Bad und der privatgeführten Gaststätte.

Arendsees Bürgermeister Norman Klebe ist skeptisch, wie ernst das Verkaufsangebot gemeint ist. Der bauliche Zustand werde sich über die Jahre nicht gebessert haben, meint er zur AZ. Klebe selbst war es, der 2014 den Kauf des Objektes durch die Stadt aus der damaligen Zwangsversteigerung heraus verhinderte, obwohl sich der Stadtrat seinerzeit mehrheitlich für den Erwerb ausgesprochen hatte. Nicht wirtschaftlich und keine Kernaufgabe der Kommune, sagte der Bürgermeister damals und auch heute wieder.

Gleichwohl – der Traum von der Wiedervereinigung bleibt in Arendsee in vielen Köpfen hartnäckig bestehen. Es hätte auch durchaus seine Vorteile. Die Grundstücke kollidieren nämlich derart miteinander, dass beispielsweise die Strandbadbühne zuletzt regulär kaum noch nutzbar war.

Die Problematik Strandgaststätte ist in der Politik zwar bestens bekannt, aber nicht unbedingt ein brennendes Thema. Es wäre eine Diskussion wert, meint etwa Uwe Walter, Chef der CDU / SPD-Fraktion. Gesprochen worden sei darüber aber nicht. Ob nun die Stadt dort Hausherr wäre oder ein privater Eigentümer, sei dahingestellt, so Walter. Er sehe dort einen großen Reparaturstau und eine zu klärende Grundstücksfrage.

Linke-Chef Thomas Schlicke hat eine klare Meinung: Die Strandgaststätte gehöre unbedingt in das Areal. Schon damals, also 2014, habe er nicht verstanden, warum das Objekt nicht erworben worden ist. Nun sollte die Möglichkeit, dies nachzuholen, genutzt werden, falls sich eine solche ergibt. Schon aus territorialen Gründen, ergänzt der Linke-Politiker. Bei der nächsten Fraktionssitzung in der kommenden Woche wolle er die Angelegenheit auf den Tisch holen.

Die fraktionslose Stadträtin Vilja Hanke (AfD) tendiert eher zu einem privaten Investor. Es sollte ein „vernünftiger Betreiber“ sein, am besten ein Italiener mit Eiscafé, der jeden Tag geöffnet hat. Draußen sitzen und den See im Blick haben, seien zwei gefragte Dinge in Arendsee.

Jörg Benecke, Vorsitzender der Fraktion Arendsee-Land / Freie Liste, wies auf die Probleme mit dem Eigentümer und den Flächen hin. Jahrelang hätten diese bestanden. Ein Kauf durch die Stadt und eine anschließende Verpachtung sei der einzige Weg, so Benecke. Der Preis wäre aber wohl ein „Lotteriespiel“.

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