Kreisumweltamt will natürliche Seebegrenzung stärken und hat Stege im Blick

Uferschutz: Schilf statt Eisenbahnschwellen

Zwei Versuche mit unterschiedlichem Erfolg: Vom Wellenbrecher aus Weidenzäunen ist kaum noch etwas zu vorhanden. Das Ufer musste mit Steinen zusätzlich gesichert werden. Bei der anderen Konstruktion hat sich wie geplant der Schilfgürtel ausgebreitet.

Arendsee. „Es sollten nicht mehr sein“, meint Kreisumweltamtsleiter Herbert Halbe mit Blick auf die kleinen und großen Stege, Brücken sowie Anlegestellen rund um den Arendsee. Insbesondere im Bereich des Segelsports kamen weitere hinzu.

Doch auch wenn Einheimische und Touristen davon profitieren, können zuviele das ökologische System aus dem Gleichgewicht bringen. Darum wird das Amt die Kontrollen weiter verstärken.

Insbesondere, wenn die Konstruktionen den Schilfgürtel berühren. Dieser dient als natürliche Seebegrenzung, schützt das Ufer und bietet Unterschlupf für verschiedene Tiere. Der Bereich wird von den Mitarbeitern des Kreisumweltamtes besonders beobachtet. 2013 ging es vor allem um den richtigen Uferschutz. Um die Kante zu sichern, kamen in der Vergangenheit zum Beispiel alte Eisenbahnschwellen zum Einsatz. Doch diese waren chemisch Behandelt. 2013 wurden etliche Schwellen beseitigt.

Um gerade den Seeweg vor Wasser zu schützen, sollen natürliche Bauten helfen. Insbesondere der Bereich zwischen Altersheim und Quelle sorgte für Probleme. Dort „fraß“ sich der See immer wieder in Richtung Stadt. Um dies zu verhindern entstanden zwei Versuchs-Wellenbrecher. Für einen kamen Steine zum Einsatz, beim anderen ein Weidengeflecht.

Wie Herbert Halbe angekündigte, sollen demnächst bei einer Arbeitsfahrt mit der „Queen“ die Ergebnisse des Versuchs mit Blick auf den künftigen Uferschutz ausgewertet werden. Für den Laien ist aber bereits zu erkennen, dass wohl die Steinvariante erfolgreicher ist. Hinter dem Wellenbrecher hat sich der Schilfgürtel ausgebreitet. An der nahen Holzkonstruktion hingegen nicht. Von den Weidenplatten sind nur noch die Pfähle erkennbar, mit denen der Brecher einst verankert wurde.

Der Zustand des Schilfgürtels beschäftigt das Kreisumweltamt übrigens auch zwischen Arendsee (Strandbad) und Zießau. Dort befand sich einst der Armeebadestrand. Dieser wurde bereits vor Jahren mit Zäunen versperrt. 2013 konnte die Bepflanzung ergänzt und gepflegt werden, die Natur kann die ehemalige Badelücke immer weiter schließen.

Von Christian Ziems

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