An einer Ganztagsschule könnte Feuerwehr eine große Rolle spielen

Truppleute in Arendsee bald am Fließband?

Wehrnachwuchs ist wichtig: Er könnte auch bald von der Schule kommen.
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Wehrnachwuchs ist wichtig: Er könnte auch bald von der Schule kommen.

Arendsee – Wenn die Arendseer Theodor-Fontane-Schule tatsächlich eine Ganztagsschule werden kann, dann könnte das auch enorme Auswirkungen auf den Feuerwehrnachwuchs haben.

Während des Besuchs von Innenminister Holger Stahlknecht hatte Schulleiter Thomas Schlicke das Konzept vorgestellt: Feuerwehr wird einen großen Raum einnehmen.

Bedeutet: Das Thema Feuerwehr wird für alle angeboten – mit dem anspruchsvollen Ziel, dass die Jugendlichen der zehnten Klassen, wenn sie das 16. Lebensjahr erreicht haben, die Truppmann- und Truppfrauausbildung absolvieren. „Das ist möglich, nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung müssen sie aber bis zum aktiven Dienst in der Truppe noch zwei Jahre warten“, so Arendsees Ortswehrleiter Robert Katke auf Nachfrage der AZ. Er halte diese Idee für gut, denke aber in diesem Zusammenhang auch an die Bedingungen, um solch eine Ausbildung zu machen. „Voraussetzung ist die entsprechende Technik, aber viel wichtiger sind natürlich die Ausbilder, die einmal Zeit mitbringen müssen, zum anderen muss auch geklärt sein, wer die Aufwandsentschädigung zahlt“, so Katke. Aber er sehe es nicht als so schwierig an, denn in Mecklenburg-Vorpommern praktiziere man diese Art der Nachwuchsgewinnung schon länger. Ausgebildete Truppleute – Katke unterstützt das Vorhaben.

Auch der Innenminister zeigte sich beeindruckt angesichts der andauernden Nachwuchssorgen in den Wehren. Auch deshalb wurde Schlicke für sein Konzept gelobt. Natürlich auch für den zweiten Schwerpunkt „Wassersport“ – der Schulleiter selbst ist Trainer des Segel-Nachwuchses beim Arendseer Regattaverein. Anschaulich wurde das dann auch auf dem See präsentiert. Doch das alles lässt sich nicht von allein umsetzen. Wie die Gäste während der Ministerbesuchs erfuhren, wird es sich, wenn Arendsee die Ganztagsschule bekommt, um eine offene Ganztagsschule handeln. Bedeutet: Es besteht für die Schüler keine Pflicht, an mindestens drei Tagen in der Woche bis mindestens 14 Uhr, in der Schule zu bleiben. Und so dürfte die Aufgabe des Lehrerkollegiums darin bestehen, die Kinder und Jugendlichen für die Angebote zu überzeugen.

Neben den Themen Feuerwehr und Wassersport hat Thomas Schlicke noch drei weitere Schwerpunkte benannt, sollte es mit der Ganztagsschule klappen: ein erweiterter Lern- und Nachhilfebreich, die Kooperation mit der Grundschule und alternative Angebote.

236 Mädchen und Jungen besuchen aktuell die Fontane-Schule, die überwiegend zweizügig geführt wird. Die Unterrichtsversorgung wird im kommenden Jahr nur 80 Prozent betragen (wir berichteten), es gebe zu wenig Lehrer, hieß es. 17 Lehrer und Lehrerinnen sind aktuell im Dienst – dazu kommen einige Stundenkräfte. Sei 2014 ist die Schule eine Gemeinschaftsschule. VON HARRY GÜSSEFELD

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