Jörg Dell-Missier will Seestädter werden und hadert mit dem Kreis

Für Traumhaus in Arendsee: Kampf hat begonnen

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Jörg Dell-Missier und seine Partnerin Vilja Hanke wünschen sich ein Haus am Wendlandweg. Das Grundstück dafür haben sie. Die Stadt sagt ja – aber der Kreis blockiert. 

Arendsee. Man stelle sich vor: Ein Mann aus Schleswig-Holstein verliebt sich in eine Frau aus Arendsee, kauft sich dort ein Grundstück und will eine Zukunft in der Seestadt. Mit einem Friesenhaus am Wendlandweg. Auf seinem Grundstück.

Und nachdem er im Oktober 2016 eine Bauvoranfrage beim Kreis gestellt hatte, begann eine Zeit, die er sich so nicht vorgestellt hatte. Denn die entsprechenden Ämter in Salzwedel versagen ihm das Vorhaben. Begründung: Es gibt für das Gelände keinen Bebauungsplan, außerdem befinde es sich im Außenbereich und generell sei die Kommune, also die Stadt, dagegen. „Und genau das stimmt nicht. Ich bekomme alle Unterstützung der Stadt, auch in Person des Bürgermeisters“, so Jörg Dell-Missier, der Mann, der um sein Traumhaus in Arendsee kämpft. Und auf Hinweis aus dem Rathaus wolle er nun einen Auftrag auslösen: für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan.

Die Schreiben aus dem Altmarkkreis haben es in sich. Dort wird den Bauwilligen „eine negative Vorbildwirkung“ bescheinigt, weil befürchtet wird, dass mit dem Bau seines Hauses weitere Baugesuche gestellt würden. Und damit komme das einer „Zersiedlung“ nahe.

Zur Erinnerung: Die Stadt Arendsee hatte in einem Beschluss für die Bebauung am Wendlandweg ausgesprochen. Das scheint aber null und nichtig, weil die Stadt keinen aktuellen Flächennutzungs- und Bebauungsplan vorweisen kann. So kann der Kreis den Bereich als Außenbereich definieren und damit die Bebauung unmöglich machen. „Es ist nicht die Frage, ob mein Grundstück Bauland wird, sondern nur wann“, erklärte Jörg Dell-Missier. Er bezeichnete das Auftreten zweier Vertreterinnen aus dem Altmarkkreis als „unmöglich und entwürdigend“, auch deshalb, weil eine der Damen beim Gespräch die Augen verdrehte. Er habe deshalb eine Dienstaufsichtsbeschwerde verfasst, hieß es. „Wir werden bis zum Oberverwaltungsgericht gehen. Ich werde mir das nicht gefallen lassen“, sagte der pensionierte Marineflieger.

Ein Blick vor Ort zeigt, dass ein Wohnhaus in der Nähe auch direkt an den Wendlandweg grenzt. Nach Auslegung der Kreisverwaltung sei der Fall mit der Situation auf dem geplanten Baugrundstück nicht zu vergleichen. „Außerdem hat man uns vor den Emissionen gewarnt, die vom Kaffeegarten ausgehen“, erzählte Jörg Dell-Missier.

Splittersiedlung? Negative Vorbildwirkung? Für den potenziellen Bauherrn sind die Begründungen, sein Vorhaben nicht umzusetzen zu dürfen, reine Willkür. Gut – wenn die Stadt seinem Willen nicht entsprochen hätte, vielleicht hätte er dann davon Abstand genommen. Der Vorbesitzer hatte einst die Wiese als Bauland angepriesen. Weil die Stadt entschieden hatte, den Wendlandweg zu beleben. Nun soll es nicht mehr wahr sein.

Von Harry Güssefeld

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