Drehleiter aus Salzwedel angefordert

Tragödie an der Kienstraße in Mechau: Eigenheim unbewohnbar

Das Feuer sprang vom brennenden Carport auf das Wohnhaus über. Es ist nicht mehr bewohnbar.
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Das Feuer sprang vom brennenden Carport auf das Wohnhaus über. Es ist nicht mehr bewohnbar.

Die Sirenen heulten Dienstagabend rund um Arendsee: Gemeldet worden war der Brand eines Carports und eine Gefahr durch Gasflaschen. Dass es dann aber zu einer Tragödie kommt, weil eine Familie ihr Hab und Gut verlor, das war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar.

Mechau – Es war 19.28 Uhr, als ein Zeuge die Leitstelle erreichte. Wehren aus Mechau, Arendsee, Kläden, Binde und Kaulitz rückten an, dazu Rettungskräfte der Johanniter und die Polizei.

Spät am Abend, gegen 20.20 Uhr, wurde die Drehleiter aus Salzwedel nachalarmiert. Weil sich zwischenzeitlich herausstellte, dass das Dach des Hauses von Flammen überrollt wurde und die Drehleiter einfach fehlte. Der Wasserwerfer der Arendsee Wehr auf dem W50 wurde in Stellung gebracht.

Der Brand war vermutlich in einem Wirtschaftraum im Anschluss an das Carport ausgebrochen. Zwei Autos konnten durch die Bewohner noch rausgefahren werden, erzählte ein Mann. Es war der 54-jährige Bewohner und musste mit ansehen, wie die Flammen sein Eigenheim in Beschlag nahmen und auch das Löschwasser das Haus schließlich unbewohnar machte. Er hatte sich beim Versuch, noch Gegenstände aus dem Haus zu retten, an der Hand verletzt. Seine 50-jährige Frau blieb unverletzt.

Die Polizei gab als Brandursache einen technischen Defekt an. Vermutlich ein Heizgerät in einem Schuppen sei dafür verantwortlich. Eine vorsätzliche Brandstiftung schlossen die Beamten aus.

Dichter Qualm behinderte die Löscharbeiten.

Die Wehren waren erst nach Mitternacht wieder in ihren Depots. Nach einem anstrengenden Dienst gingen sie ins Bett. Das Ehepaar, das noch Stunden zuvor im Haus gelebt hatte, fand im Ort bei Freunden ein zwischenzeitliches Zuhause, erfuhr die AZ.

Das Haus mitten im Ort ist zerstört. Einwohner Mechaus zeigten sich geschockt von dem Ereignis. Rund 170 000 Euro Schaden war entstanden, so die Schätzung der Polizei schon gestern.

Vor Ort wurde darüber diskutiert, dass noch vor Tagen Mechaus Bürgermeister Hartmut Baier erklärt hatte, Arendsee solle auf die Anschaffung einer Drehleiter verzichten. „Wie wichtig so eine Drehleiter ist, zeigt sich heute Abend“, hieß es angesichts der Dramatik.

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