Bretscher Verein ehrt Buffalo Bill / Der Erfinder der Westernstadt dankte seinen Kämpfern / Rund 200 Besucher

Tränenreicher Blick über Cody-City

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Besucher und Aktive vor der Westernstadt Cody bei Bretsch. Am Sonnabend hatten sich bis zum Nachmittag rund 200 Gäste auf dem Little Big Horn eingefunden, um mit den Einwohnern zu feiern.

Cody. Wenn ein Leader, ein Vorbild von Bord geht, dann muss sicher sein, dass das, was er angefangen hat, weitergeführt wird, Und genau das haben am Sonnabend die Mitglieder des Vereins „Wilder Westen Bretsch“ ihrem Buffalo Bill geschworen.

Genau dieser Buffalo Bill erhielt unter dem Beifall der Cowboys und der Rothäute die „Medal of Honor“ – eine Auszeichnung, die zu den Höchsten in den Vereinigten Staaten zählt. Datiert ist der Orden mit dem 26. April 1872 – übergeben wurde er an den Chief Scout von Captain Manhold. Beifall brandete auf, in den Augen Buffalo Bills sammelten sich Tränen. So muss auch es damals vor rund 150 Jahren gewesen sein.

Für sein Lebenswerk wurde Buffalo Bill mit der „Medal of Honor“ geehrt. Man schreibt das Jahr 1872. Die Ehrung übernahm damals wie am Sonnabend auch Captain Manhold.

Die Bretscher Cowboys und Girls schafften sich eine Stadt für die vielen Enthusiasten dieser Zeit, denen es gelingt, mit ihrer Liebe zum Wilden Westen ein Stück der Schnelllebigkeit zu entfliehen. Für Buffalo Bill galt immer: Im Aufzug des Buffalo Bill würde er nie auf einem Karneval erscheinen. Und darin sieht er die Ehrlichkeit, mit der diese Idee gelebt wird. Es ist mehr als eine Figur. Es ist eine Lebenseinstellung.

Ob es dem kleinen Volk auf dem Little Big Horn gelingt, weiter zu bestehen, sei abhängig von dem Willen, es auch zu wollen. Und es waren viele, die zum Fest kamen. Aus Wolfsburg, aus Berlin, aus Magdeburg, aus Bayern.

Und etwas besonders Schönes erlebten die rund 200 Gäste dann nach dem offiziellen Teil. Berthold Benn, der in Cody als Wild Bill Hickhock bekannt ist, machte seiner Freundin Petra einen Heiratsantrag. „Wir sind gern hier, haben hier viele Freunde. Wo sollte ich diesen Antrag machen, wenn nicht hier“, sagte der Magdeburger. Seine Freunde brauchte nur wenige Sekunden, um Ja zu sagen.

Nate Salsbury, der Bürgermeister von Cody, der im normalen Leben Lutz Eitz heißt, ließ es sich anlässlich des Tages der großen Ehrungen nicht nehmen, die Moderation zu übernehmen. Die Kinder lieben ihn mehr als Clown, in dessen Rolle er auch wieder schlüpfte. Gedacht wurde auch an die Menschen hinter den Kulissen. Astrid Giggel mit ihrem Team hatte viel zu tun, und besonders lag es ihr am Herzen, einmal Rita Behrens ganz herzlichen Dank auszusprechen.

Die Welt dreht sich weiter. Egal wer in Cody ab sofort das Sagen haben wird. Nur einig waren sich alle: Buffalo Bill wird als graue Eminenz nicht zu ersetzen sein. Der Wolf, der mit Bissigkeit und Intelligenz geradeaus sein Ziele verfolgt, wird sehr wohl ein Auge darauf haben, was in seiner Stadt passiert. Er wird es nicht dulden, dass Anarchie ausbricht. Das Westerntreffen ist wieder einmal Geschichte. Aber alle haben geschworen, dass sie wiederkommen wollen. Auf den Berg, der ihnen ans Herz gewachsen ist. In die kleine Stadt, die alles bietet, was ein Wild-Westler braucht.

Von Harry Güssefeld

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