Während im Klosterhof gespielt wird, sind Musikveranstaltungen passé

Bei Theater bitte Ruhe!

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Theater im Klosterhof: Im Juli ist es wieder soweit. Während die rund 100 Besucher der Vorstellungen das Stück in Ruhe genießen können, müssen sich die anderen Veranstaltungen in Sachen Lautstärke unterordnen. Konzerte sind passé.

Arendsee. Der Betrachter staunt und wundert sich. Im Juli, dem Urlaubsmonat schlechthin, wird es an den Sonnabenden keine Abendveranstaltungen im Strandbad geben. Keine, die mit lauter Musik verbunden sind. Warum nicht, wollte die Altmark-Zeitung wissen.

Schließlich stand alljährlich das Strandfest auf dem Programm. Doch das fällt im Juli aus, weil im Klosterhof das Theater der Altmark gastiert. Und dem Theater müsse sich alles unterordnen, scheint es. Eine Nachfrage in der Luftkurort-Arendsee-GmbH ergab, dass wegen der Vorführungen größere Veranstaltungen nicht vorgesehen sind. Michael Meyer, Geschäftsführer der GmbH, wollte sich nicht weiter dazu äußern, bestätigte aber eine Forderung aus dem Rathaus diesbezüglich.

In der Vergangenheit hatte es Situationen gegeben, bei denen laufende Veranstaltungen, wie der „Rock am See“ abgebrochen werden mussten, um das Theater der Altmark nicht zu stören. Die Musik verstummte, die „Queen“ fuhr wieder an Land.

Meyer sieht im Theater im Klosterhof ein Zugpferd für die ganze Region, muss aber auch an die Wirtschaftlichkeit seines Unternehmens denken. „Wir müssen dringend Einnahmen im Strandbad realisieren. Der Frühling war gleich Null, der Juli bleibt uns, wenn das Wetter mitspielt, um Wunden zu heilen“, so Meyer. Dass er an den Sonnabenden im Juli – und das bei einem Ferienbeginn am Sonnabend, 13. Juni – selbst bei Supersonnentagen nur Tourismus light bieten kann, müsse er verschmerzen. Der Stadtrat hatte jüngst ein Konzept verlangt, um Einnahmen in der GmbH zu erhöhen, um wirtschaftlich zu werden. Attraktiver solle die GmbH werden.

Doch das bedeutet auch, alle Möglichkeiten auszuloten, um Einnahmen zu erwirtschaften. Thema fahrendes Standesamt. Der Stadtrat hatte sich jüngst dazu verständigt, das Heiraten auf der „Queen“ nicht mehr kostenlos anzubieten. Seit der neuen Saison werden 150 Euro kassiert, die aber nur die kalkulierten Kosten decken.

Die GmbH wird in Zukunft mehr darauf dringen, sich ihre Leistungen honorieren zu lassen. So solle bei Großveranstaltungen im Strandbad darauf geachtet werden, dass die GmbH mehr als ihre Kosten deckt. „Man fordert von uns Wirtschaftlichkeit. Darauf werden wir immer wieder hinweisen“, erklärte Meyer.

Von Harry Güssefeld

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