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Taubenvorfall in Zühlen erregt Aufmerksamkeit

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Von: Jens Heymann

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Rückblick auf den Herbst 2022: Bereits damals hat es in Zühlen einen Taubenvorfall gegeben. Unbekannte hatten offensichtlich einen Vogel auf das Auto von Renate Spörl geschlagen.
Rückblick auf den Herbst 2022: Bereits damals hat es in Zühlen einen Taubenvorfall gegeben. Unbekannte hatten offensichtlich einen Vogel auf das Auto von Renate Spörl geschlagen. Nun ermittelt die Polizei erneut. © Heymann, Jens

Der Vorfall mit der gequälten und in der Folge eingeschläferten Taube im Arendseer Ortsteil Zühlen (wir berichteten) hat überregionale Wellen geschlagen. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland ist nun darauf aufmerksam geworden und hat eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro auf Hinweise ausgesetzt, die „zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Person oder Personen führen“, wie aus einer Mitteilung vom Donnerstag hervorgeht.

Zühlen – „Die tatverantwortliche Person, die mit Feuerwerkskörpern auf die Taube gezielt hat, muss gefunden werden, bevor noch weitere Tiere oder Menschen verletzt werden“, so Monic Moll, Fachreferentin bei PETA. „Mit unserer Belohnungsauslobung wollen wir die Suche nach dem oder den Unbekannten unterstützen und Menschen für Übergriffe auf Tiere sensibilisieren. Funde von weiteren beschossenen Tauben sollten unbedingt bei der Polizei angezeigt werden.“ Weiter heißt es in der Mitteilung: „Wer Tiere zum Spaß quält, schreckt möglicherweise auch nicht vor Gewalttaten an Menschen zurück.“

Den letzten Satz würde Renate Spörl, genannt „Rena“, vermutlich unterschreiben. Sie hatte die Taube am Montag gefunden und zu einem Tierarzt nach Salzwedel gebracht. Aufgebracht rief sie die AZ an und schilderte die Ereignisse aus ihrer Sicht. Nach einem ähnlich brutalen Taubenvorfall im vergangenen Herbst, als offensichtlich ein Vogel auf ihrem Auto erschlagen worden war (wir berichteten), womöglich eine neue Eskalationsstufe.

Damals erzählte die Frau aus Zühlen, dass sie sich in dem altmärkischen Ort nicht mehr wohlfühle. Die Blutspritzer an ihrem Fahrzeug bestätigten diesen Eindruck.

Nun ist erneut die Polizei eingeschaltet worden; die AZ fragte unter der Woche im Salzwedeler Revier nach Bekanntwerden der Ereignisse nach, woraufhin es bestätigt wurde. Kurz darauf veröffentlichte die Polizei eine Mitteilung und sucht mittlerweile nach Zeugen.

„Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden“, heißt es vonseiten PETA. Die Organisation ist sich sicher: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“

Ob dieses Mal jemand ermittelt werden kann, wird sich zeigen. Die Kripo ist mit dem Fall beschäftigt.

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