Schauspielerin Claudia Schmutzler gab dem Nachwuchs in Arendsee wertvolle Tipps mit auf den Weg

Talent, Schweiß und harte Arbeit

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Claudia Schmutzler (l.) genoss mit Vertretern der Jury das Bad in der Menge und ihren Auftritt auf dem roten Teppich. Die sympathische Schauspielerin redete Klartext.

Arendsee. Diese Frau weiß, wovon sie spricht. Ihr Job scheint leicht - ein Klacks für selbstbewusste, gut aussehende junge Leute. Doch in der Realität bedeutet er Schweiß, Disziplin, Talent und harte Arbeit. Schauspielerin Claudia Schmutzler, die am 19.

September 51 Jahre alt wird, gab dem Nachwuchs in Arendsee wertvolle Tipps mit auf den Weg. Beim vierten Filmfestival in Arendsee, zu dem sie mit einem jungen, groß gewachsenen Begleiter anreiste, hielt sie im Rahmen der Preisverleihung eine erstaunliche Rede über das Für und Wider ihres Traumberufes. „Nur etwa vier Prozent der Schauspieler in Deutschland können von ihrem Beruf leben“, sagte die Mutter zweier Kinder.

Die Fernseh-Kommissarin der beliebten Serie SOKO Wismar ist gut im Geschäft. „Seit 13 Jahren drehen wir bereits die Reihe. Der Job kostet viel Energie und Kraft. Die Branche wird nicht leichter – ganz im Gegenteil“, so Claudia Schmutzler vor ihrem zumeist jungen Publikum im Arendseer Saal des Integrationsdorfes. Bereits das zweite Mal ist sie im Luftkurort zu Gast. Der Promi-Gast redet vonden Erfahrungen in Wismar, untalentierten aber trotzdem recht selbstbewussten jungen Schauspiel-Anfängerinnen, „die nicht mal richtig wissen, wie sie vor der Kamera ihr Hinterteil auf einem Stuhl bewegen sollen“, aber schon die weitere Karriere mit Kinofilm, Starrummel und Hollywood-Engagement vor Augen haben. Aus Zeitmangel und Stress am Filmset gebe es für schlechte Leistungen dann sogar noch Lob, statt Zurechtweisung oder gar Hilfe, beschreibt Schmutzler weiter.

Doch die sympathische gebürtige Dresdnerin – mit heutigem Wohnsitz in Berlin – will die jungen Leute des Sommercamps und des Filmfestivals vor allem motivieren. „Ich habe Hochachtung vor dem, was ihr als junge Filmemacher geleistet habt“, sagte die kleine Schauspielerin mit einer beachtlichen Karriere – sie misst vom Scheitel bis zur Sohle 1,58 Meter. In Dresden hat sie von der Dreigroschenoper bis hin zu „Amadeus“ auf der Bühne viele Rollen gespielt. Im Fernsehen und im Kino hießen Schmutzlers wichtigste Erfolge „Go Trabi, go“, „Für alle Fälle Stefanie“, „Plötzlich Millionär“ oder „Familie Dr. Kleist“.

Bei der SOKO Wismar spielt Schmutzler den Part der TV-Kommissarin Katrin Börensen überzeugend. Einen Hinweis hatten die Filmprofis noch für die Juryarbeit beim nächsten Arendseer Filmfestival: Weil die Auswahl für das Gremium schwierig sei, bieten sich „beste Kategorien“, wie zum Beispiel für Drehbuch, Kamera, Kostüme, Regie oder Darsteller an. Man darf also gespannt sein auf 2018 und auf das fünfte Filmfestival Arendsee.

Und das wird es auf alle Fälle wieder geben, so die Filmcampleute. Und vielleicht wieder mit Prominenten.

Von Kai Zuber

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