Wehren rücken aus / Kettensägen in Arendsee auch am Wochenende erlaubt

Sturmtief "Xavier": Keine Ruhe am Tag danach

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Ein Baum lag auf einem Bungalow – die Wehr rückte an, unterstützt vom Wirtschaftshof. Die Eigentümer spendierten zuvor Kaffee.

Arendsee. Der Orkan hatte Arendsee gerade heimgesucht, die ersten Schäden waren beseitigt, da musste die Wehr der Seestadt wieder ausrücken. Zu einem kleinen Brand im Wald am Gollensdorfer Postweg, wie es hieß.

Umgestürzte Bäume beschädigten, wie in diesem Fall an der Lindenstraße auf Höhe des Strandbades, den Straßenkörper. Für Autofahrer heißt das erhöhte Wachsamkeit. Der Orkan hatte eine Schneise von Schrampe über den See in Richtung Genzien geschlagen. 

Es war 22.30 Uhr – vor Ort lag ein Stromkabel auf dem Erdboden, dadurch hatte sich ein Brand entwickelt. Was die Kameraden auf Nachfrage erfuhren – das Kabel sei stromlos. War es dann aber doch nicht, und so kann von Glück geredet werden, dass nichts passiert ist. Jedenfalls war das Feuer aus. Weniger Glück hatte ein 16-Jähriger aus Ziemendorf. Er wurde am Donnerstag gegen 15 Uhr an der Sauna, auf seinem Rad fahrend, von einem Ast an der Schulter getroffen. Er musste ambulant behandelt werden. Gestern Vormittag rückten die Einsatzkräfte aus Arendsee wieder aus – dieses Mal ins Bungalowdorf, dort war ein Baum auf einen Bungalow gefallen. Vor dem Einsatz gab es von den Besitzern heißen Kaffee – das tat gut nach der Vielzahl der Einsätze. „Wir haben am Donnerstag allein zweieinhalb Stunden gebraucht, um Wege freizuräumen, um im Ernstfall Rettern den Weg zu bahnen“, so Willy Born, der gestern den Einsatz im Bungalowdorf leitete.

Diese Bäume zwischen der Wanderrast und dem Waldheim versperrten die Promenade, konnten aber mit etwas Körpereinsatz überstiegen werden. An vielen Stellen war das jedoch nicht möglich.
Aufräumen vor dem Strandbad: Mitarbeiter der Luftkurort-Arendsee-GmbH mussten Äste wegräumen und Zäune reparieren. Dazu wurde die vorhandene Technik genutzt.

Es ist ein Bild der Verwüstung, das sich in Arendsee dem Betrachter bietet. Der Seerundweg ist nicht nutzbar. Bäume versperren immer wieder den Weg. So sind es mehrere Eichen, die an der Bleiche die Promenade versperren. Und im Bereich Schrampe/Waldheim hatten sich die Feuerwehrleute aus Schrampe/Zießau am Donnerstag bis in den späten Abend den Weg entlang gekämpft. Auch dort liegen noch große Bäume, wie auch auf der Promenade unterhalb des Stadtgebietes. Viele Parzellen und die dazugehörigen Zäune sind demoliert.

Zaun am Strandbad: verbogen und durchlässig.
Ein Bild der Verwüstung zeigte sich auch am Seglerhafen des SCA an der Lindenstraße. Der Steg und mindestens zwei Boote wurden in Mitleidenschaft gezogen. Der Orkan traf genau auf diesen Abschnitt.

Auch wenn das Strandbad und der Campingplatz wie durch ein Wunder nicht betroffen sind – einige Bäume galt es gestern doch wegzuräumen. Mitarbeiter der GmbH waren an der Lindenstraße aktiv. Dort hatten Bäume den Straßenkörper beschädigt. Im Segelclub gab es zwei beschädigte Boote und einen in Mitleidenschaft gezogenen Steg, wie die AZ erfuhr. Aufgrund der enormen Schäden sind die Verbote für Rasenmäher und Kettensägen an diesem Wochenende aufgehoben. Darüber informierte Klädens Ortsbürgermeister Jörg Benecke – nach Absprache mit dem Verwaltungsamt Arendsee. Und: Die Grünschnittannahme auf dem Wirtschaftshof endet heute nicht wie sonnabends am Mittag, sondern erst um 16 Uhr, teilte er weiter mit.

Von Harry Güssefeld

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