Filmcamp dreht Kurzfilm, in dem ein junger Mann eine Frau zu einer Straftat animiert / Doch es kommt alles anders

Mit Sturmhauben in das Geschäft Schmitz

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Im beschaulichen Arendsee gab es gestern einen Raubüberfall: Zwei Maskierte stürmen in den Juwelierladen der Firma Schmitz und fordern Schmuck und Geld. Der Dreh ist die Umsetzung einer Idee, mit der Ken seine Partnerin beeindrucken wollte.

Arendsee. Es schien bislang, die schweren Jungs machen einen Bogen um Arendsee – doch gestern musste sich der Inhaber des Juwelier- und Uhrengeschäftes Schmitz eines Besseren belehren lassen. Gegen 11.30 Uhr passierte es.

Zwei Maskierte drangen in das Geschäft an der Friedensstraße ein und forderten unter Vorhalten der Pistolen teuren Schmuck.

Doch anstatt Nerven zu zeigen saßen Inhaber Aurel Schmitz und seine Tochter Karen während des Überfalls in der Werkstatt nebenan. Denn: Es handelte sich um Dreharbeiten zu einem Kurzfilm des Filmcamps Arendsee. Aber Passanten, die das Treiben durch das Schaufenster beobachteten, hatten wohl ihr Problem, zwischen einem echten Überfall und Dreharbeiten zu unterscheiden.

In dem kurzen Streifen, der diese Woche entsteht, geht es um den jungen Mann Ken, der mit seiner Freundin Lizzy in einem Café sitzt und die junge Frau damit beeindrucken will, mittels eines Überfalls an Vermögen zu kommen, vielleicht für ein Strandhaus auf Hawaii. Seine Idee: Überfall auf einen Juwelier in einer Kleinstadt. Lizzy solle ihn dabei unterstützen, denkt er sich. Und immer wieder wechselt die Kamera vom Café zum Überfall, dem gedachten. Und da sind noch die Spinnenphobie von Lizzy – und der Kaugummi auf dem Asphalt, der Ken das Flüchten unmöglich macht.

Doch dann wird es richtig ernst. Nach der Träumerei vom Überfall und dem schönen Leben auf Hawaii richtet Lizzy plötzlich im Café eine Waffe auf Ken. Denn Lizzy ist Polizistin und war so gar nicht von der Idee ihres vermeintlichen Freundes beeindruckt. Ken und Lizzy, das funktionierte nicht. Aber Arendsee hatte zwichenzeitlich einen Raubüberfall. Und Aurel Schmitz blieb unverletzt.

Von Harry Güssefeld

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