Besucher staunen über kotfreie Stege und eine saubere Tribüne

Strandbad fast möwenfrei: Die Brücke bleibt sauber

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Die Steganlage im Arendseer Strandbad ist sauber. Kein Möwenkot. Der Grund: Die Tiere sind weg, weil es auch keine Badegäste gibt, die für Lebensmittelabfälle sorgen. Im Sommer kommen Vögel und Badegäste wieder.

Arendsee. Es ist ein Phänomen, aber für den Arendseer Schwimmmeister und Rettungsschwimmer Heiko Kruck seit Jahren zu beobachten: Wenn sich Menschen im Strandbad aufhalten, sind auch die Möwen vor Ort.

Negative Begleiterscheinung: Am Morgen sind die Stege und die Tribüne voller Kot, weil die Ruheplätze der Vögel meistens die Handläufe an den Stegen sind.

„Der Grund für das massive Auftreten der Möwen sind die Menschen selbst sowie ihr Verhalten in Sachen Abfall“, erklärte Kruck gestern. Die Badegäste gingen nicht immer sorgsam mit Abfällen um. „Aber ganz vermeiden kann man das massive und manchmal auch aggressive Auftreten der Vögel nicht“, so der Schwimmmeister weiter.

Die GmbH hatte schon vor Jahren auf die Tatsache, dass die Möwen glaubten, sich im Sommer an den Lebensmittelresten der Badegäste sattessen zu können, reagiert. „Wir hatten einst offene Abfallbehälter, diese wurden aber nach und nach abgeschafft“, hieß es gestern. Die offenen Steingutbehälter mit Einsatz waren ideale Futterstellen für die gefräßigen Tauben, meint Kruck. Deshalb habe man sich darauf geeinigt, grüne Mülltonnen mit Deckel aufzustellen. „Es ist daraufhin zu beobachten gewesen, dass sich die Population der Vögel verringert hat“, erklärte der Schwimmmeister. Gut für die Gäste, und gut für die GmbH, weil die Verschmutzung der Steganlagen damit auch zurückging.

Ganz beseitigen ließen sich die Plagegeister aber nicht. „Doch wir sind mit diesem Problem nicht allein. Wer schon einmal in Warnemünde war, der weiß, was es heißt, von Möwen sogar attackiert zu werden“, sagte Kruck. In Arendsee kehrten mit den Besuchern auch die Möwen zurück. „Wir erleben auch, dass sie sich insbesondere die Schwimmplattform aussuchen und diese verschmutzen“, klagt Kruck. Er und seine Mitarbeiter seien morgens oft dabei, diese zu reinigen, aber solange die Plattform nicht „dauergenutzt“ werde, würden die Möwen sie als Raststätte und Toilette schnell wieder benutzen.

Kruck hofft, dass die Badegäste ihre Abfälle ordnungsgemäß entsorgen. „Vielleicht schaffen wir es ja mal, dass die Möwen keine Lust mehr auf den Strand haben“, hieß es.

Von Harry Güssefeld

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