Situation zwischen Optimismus und Depression

Im Strandbad Arendsee: Corona, Munition und wieder Algen

Seit gestern ist das Wasser im fast leeren Nichtschwimmerbereich mit Algen belastet.  
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Seit gestern ist das Wasser im fast leeren Nichtschwimmerbereich mit Algen belastet.  

Arendsee – Corona und die Negativfolgen für die Luftkurort-Arendsee-GmbH: Das allein scheint nicht zu reichen, denn seit gestern herrscht wieder Blaualgenalarm im Bereich des Strandbades. Am Morgen hatten Mitarbeiter den Chef der GmbH, Michael Meyer, darüber informiert.

Ein grüner Schleimbelag bedeckt das Wasser im Nichtschwimmerbereich – das Wasser bildet bereits Pfützen zwischen den Sandbergen, die wieder deutlich sichtbar sind, weil der Wasserspiegel gesunken ist.

Blaualgen treten immer wieder auf – Grund sind die Nährstoffe im See, so der Phosphor. Der einst durch den Kot der Wildgänse eingetragen wurde. Als die Zahl der Gänse sich drastisch verringerte und der Phosphorgehalt trotzdem so hoch blieb, rückten Wissenschaftler an und erklärten, dass das Grundwasser stark belastet sei. Außerdem würde es noch Eintragungen unterhalb der Ortslage Arendsee geben – kostspielige Messstationen wurden errichtet. Mit dem Ziel zu erklären, dass der See dringend saniert werden müsse. Damit wurden die Arendseer bereits in den 90-er Jahren massiv konfrontiert. Widerstand gegen die favorisierte chemische Fällung machte sich breit, dann wurde es ruhig. Inwieweit eine Sanierung nun doch erfolgt, weiß die Öffentlichkeit aktuell nicht. Manch einer will wissen, dass die Arbeiten schon in Auftrag gegeben werden, andere wollen wissen, dass es dafür aktuell kein Geld gibt.

Immer wieder ist von einer Umweltverträglichkeitsstudie die Rede, der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasser wirtschaft werde sie sichten und zu gegebener Zeit dem Kreis zukommen lassen. Details aus der Studie sind nicht bekannt. Die Bürger, die jahrelang eingetrichtert bekamen, dass ihr See verschmutzt ist, haben indes resigniert. Man hofft nun, die Chemie komme nicht.

Doch wann vielleicht doch, das weiß keiner so genau. Angesichts des neuen Blaualgenaufkommens wird wieder darüber diskutiert, mittels chemischer Fällung dem Phosphor den Garaus zu machen, um der Alge das Nahrungsaufkommen zu nehmen. Kein Phosphor, keine Algen. Keine Algen, keine Probleme mit der Badesicherheit am Strand. Denn die Blaualge ist laut des Gesundheitsamtes in Salzwedel keine Lappalie. Es gab Zeiten, da wurde ein generelles Badeverbot am Strand ausgesprochen. Das gibt es nicht mehr – aber die GmbH wird angehalten, Infoblätter auszulegen und auszuhängen. Darin wird der Badegast aufgefordert, möglichst nicht ins Wasser zu gehen. Kinder sollten es auf keinen Fall tun. Vor allem Badegäste mit Erkrankungen, so Asthma oder Hautproblemen. Michael Meyer nahm die Information zur Kenntnis. Und wies seine Mitarbeiter an, das Notwendige zu tun. Abwarten, heißt die Devise. Gestern wurde nur noch der 17-Uhr – Eintritt genommen. Für einen Spaziergang auf dem Gelände. Die Seetribühne ist coronabedingt zum Verweilen gesperrt. Rutsche und Wasserspielgarten sind außer Betrieb, wegen der Aerosole.

Inzwischen ist auch bis Magdeburg bekannt geworden, dass in einem Teilbereich des Strandbades nach Munition gesucht wird. „Auch wenn der normale Badebetrieb gar nicht betroffen ist. Die Leute hören etwas und machen sich Gedanken“, hieß es gestern.

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