Marode Gehwege: Kommune will Stück für Stück reparieren und sanieren

Die Stolpergefahr zieht sich durch das Stadtgebiet

Ausschuss-Vorsitzender Thomas Schlicke (vorn, r.) nahm kurzeitig in einem Rollstuhl Platz. Um nachvollziehen zu können, wie schwer es ist, damit durch Arendsee zu kommen.
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Ausschuss-Vorsitzender Thomas Schlicke (vorn, r.) nahm kurzeitig in einem Rollstuhl Platz. Um nachvollziehen zu können, wie schwer es ist, damit durch Arendsee zu kommen.

Arendsee. „Oh, Oh, Oh“, stöhnte Thomas Schlicke, als er mit dem Rollstuhl ins Wanken geriet. Dies passierte dem Vorsitzenden des Sozialausschusses am Dienstagabend mehrmals.

Um die maroden Gehwege aus Sicht von Menschen mit körperlichen Einschränkungen zu erleben, setzte sich der Arendseer in einen Rollstuhl. Los ging es am „Haus des Gastes“, bereits wenige Meter weiter wurde es äußert wackelig. Auf den schiefen und kaputten Gehwegplatten zwischen Kreisel und Abzweig Bahnhofstraße stürzen immer wieder Passanten (AZ berichtete).

So brach sich die 93-jährige Herta Krause einen Arm. Stadtrat Siegfried Winckelmann äußerte seinen Unmut darüber, wie damit umgegangen wird. Der Versicherer der Stadt habe sich der Rentnerin in Sachen finanzieller Wiedergutmachung ablehnend geäußert. Grund: Da der Gehweg marode ist, müsse man mit Einschränkungen leben. Siegfried Winckelmann möchte, dass sich die Verwaltung in diesem Fall einschaltet. Zumal offen ist, ob die Einheitsgemeinde nicht zumindestens mit Warnschildern auf den katastrophalen Zustand hinweisen muss.

Lösen lassen sich die Probleme nur mit einem grundhaften Ausbau. Dies versucht die Stadt in diesem Bereich der Friedensstraße seit Jahren. Doch die dafür nötige Unterstützung des Landes, das für die Straße zuständig ist, bleibt aus. „Wir haben wirklich intensiv überlegt, ob es Sinn macht, zunächst nur den Gehweg zu sanieren“, unterstrich Bauamtsleiter Gert Reckling. Doch dies birgt die Gefahr, dass bei einem Straßenausbau der neue Gehweg wieder weggerissen werden müsste: Die Stadt befindet sich in der Zwickmühle.

Und das nicht nur an der Friedensstraße. Manfred Mollenhauer, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist und die Begehung angeregt hatte, zeigte auch an der Bahnhofstraße viele Problemstellen. Dazu gehören Schotterbereich, abgesackte oder nach oben stehende Steine sowie ab den Bahnschienen ein fehlender Gehweg.

Für einen kompletten Ausbau fehlt das Geld. Thomas Schlicke regte an, zumindestens Reparaturen noch in diesem Jahr umzusetzen. Dies betrifft im Wesentlichen die Friedensstraße. Der Gehwegbereich zwischen Kegelhalle und Abzweig Osterburger Straße (NP-Markt) soll im nächsten Jahr in Angriff genommen werden.

Stadtrat Horst Bretschneider sieht zudem eine Gefahr für Fußgänger, die vom Bereich des Flair-Hotel „Deutsches Haus“ in Richtung Feuerwehr wollen oder umgekehrt: Er schlug einen Übergang vor. Die Verwaltung will prüfen.

Stadtrat Hans-Georg Kempcke fehlt in Sachen ein schriftlicher Überblick. Und zwar in Form einer Prioritätenliste mit gewünschten Projekten innerhalb aller Ortsteile der Einheitsgemeinde. In Klötze wird mit so einem Papier bereits gearbeitet Dass die Kommune bei der Infrastruktur nicht untätig war, unterstrich Gert Reckling: Seit 2001 wurden in Arendsee 15 Kilometer Geh- und Radwege auf Vordermann gebracht.

Von Christian Ziems

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