Ortschaftsrat Vissum, Bauausschuss und Stadtrat Arendsee positionierten sich nicht

Statt 14 000 bald 26 000 Puten?

Die Putenmastanlage zwischen Ritzleben und Vissum sorgt für erneute Diskussionen. Die Erweiterung auf 26 000 Tiere beschäftigte bereits den Ortschaftsrat.
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Die Putenmastanlage zwischen Ritzleben und Vissum sorgt für erneute Diskussionen. Die Erweiterung auf 26 000 Tiere beschäftigte bereits den Ortschaftsrat. Der wollte die Verantwortung dem Stadtrat übertragen, doch dieser schiebt die Verantwortung zurück in den Ortsteil.

Ziemendorf/Vissum. Stadtrat Olaf Ollendorf aus Vissum ist es zu verdanken, dass die Bürger der Region Arendsee erfahren, dass die Putenmastanlage in Vissum um zwei Stallanlagen erweitert werden soll.

Geplant war die Diskussion im nichtöffentlichen Teil, doch auf Antrag des Vissumers wurde der Punkt in den öffentlichen Teil verschoben. Konkret geht es darum, dass die „Altmärkische Putenmast“ die Kapazität von 14 000 aus 26 000 Tiere erweitern möchte. Pikant: Der Ortschaftsrat in Vissum konnte sich zu keiner Stellungnahme durchringen, auch der Bauausschuss nicht. So fühlten sich die Stadträte am Montag im Saal der Gaststätte Ziemendorf auch nicht in der Lage, Stellung zu beziehen.

Ollendorf hatte in der Diskussion klargemacht, dass es nur hinsichtlicher Bedenken im Planungsrecht und beim Feuerschutz eine Chance für die Gemeinden gäbe, ein solches Vorhaben zu verhindern. Stadtrat Uwe Walter schob angesichts der Situation den Ortschaftsrat in Vissum vor: Solange dieser sich nicht äußere, werde er sich auch nicht positionieren. Nur Stadtrat Michael Wrana aus Kerkau bezog Stellung: Solange sich der Stadtwehrleiter nicht geäußert habe, sei er gegen den Ausbau der Anlage. Punkt.

Die Putenmastanlage befindet sich an der Straße zwischen Ritzleben und Vissum. Die zwei weiteren Ställe mit einer Abmessung von je rund 100 mal 24 Metern sollen nach Angaben aus dem Bauamt nahe der Straße nach Klein Gartz entstehen. „Der große Abstand zu den bestehenden Anlagen wird mit Seuchenschutz begründet“, so Monika Leue, Arendsees Vize-Bauamtsleiterin. Sie erklärte, dass es bislang keine Probleme mit der Anlage gegeben habe „nach anfänglichen Diskussionen darüber“. Stadtrat Frank Grabowski aus Zießau hakte ein, fragte nach den möglichen Beeinträchtigungen nach der Erweiterung: keine Aussage. Seit 1997 wird die Putenanlage betrieben.

Der Stadtrat positionierte sich nicht. Er verwies die Diskussionen zurück in den Ortschaftsrat Vissum und in den Bauausschuss, um sich dann eine Meinung zu bilden, wie Stadtratsvorsitzender Hans-Georg Kempcke ins Protokoll notieren ließ.

Dank der Initiative Olaf Ollendorfs erfuhr die Öffentlichkeit am Montag auch, dass die Kapazität der Biogasanlage in Sanne-Kerkuhn von 1,2 auf rund 1,4 Kilowatt Heizleistung aufgestockt werden soll. Der Ortschaftsrat Sanne-Kerkuhn hatte zuvor zugestimmt.

Von Harry Güssefeld

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