Abendliche Revolte im „Haus des Gastes“

Stadträte Schlicke, Zachhuber und Goyer beenden Zusammenarbeit mit Ausschuss-Chef Reichardt

Thomas Schlicke (v.l.), Matthias Goyer und Tino Zachhuber verlassen den Sitzungsraum im „Haus des Gastes“.
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Thomas Schlicke (v.l.), Matthias Goyer und Tino Zachhuber gehen.
  • Jens Heymann
    vonJens Heymann
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Der Wirtschaftsausschuss am Dienstagabend im Arendseer „Haus des Gastes“ dauerte nur sechs Minuten. Eine kurze Zeit, aber dennoch lange genug für ratlose Blicke, Erklärungen und Schweigen. Denn drei der fünf Ausschussmitglieder – Thomas Schlicke (Linke), Matthias Goyer und Tino Zachhuber (beide CDU / SPD) – hatten kurz zuvor Gremiumschef Jens Reichardt (Arendsee-Land / Freie Liste) die weitere Zusammenarbeit aufgekündigt.

Arendsee – Er wolle es nicht ausführlich begründen, sagte Schlicke noch während der Sitzung. Es habe bereits im vergangenen Stadtrat eine Stellungnahme gegeben. Die Aktion nun galt in Arendsee als offenes Geheimnis. Das wurde durch eine hervorgeholte, vorbereitete Erklärung unterstrichen.

Der Betroffene selbst, Reichardt, hielt das Vorhaben, die gesamte Tagesordnung in einer Blockabstimmung abzusetzen, für bedenklich im Rahmen der geltenden Regeln. Nur unter dieser Anmerkung ließ er besagtes Votum zu – mit dem Ergebnis, dass die Mehrheit der Votierenden die Sitzung vorzeitig beendete, aufstand und ging. Keine Tagesordnung – keine Beratung – Ende.

Noch am Dienstagabend begann die Aufarbeitung des gerade Geschehenen. Mitglieder der Land-Fraktion, darunter auch Stadtratschef Frank Rossau, äußerten ihre Bedenken, das ein solches Verhalten Schule machen könnte und künftig auch andere Ausschussvorsitzende treffen könnte. Gestern erklärte Fraktionschef Jörg Benecke dann gegenüber der AZ: „Wir als Fraktion haben das Recht, diesen Ausschuss zu besetzen. Wir werden ihn nicht umbesetzen.“ Die nächsten Tage würden zeigen, wie der Vorfall vom Dienstag nun zu handhaben sei – ob im Rahmen einer Arbeitsberatung oder gar eines Notstadtrats.

Während des Stadtrates Ende März hatte Zachhuber offen Kritik an Reichardt geübt und ihm vorgeworfen, der Stadt durch seine Aktivitäten in Sachen „Waldheim“ zu schaden. Dort gibt es einige Reibungspunkte. Einer dreht sich um die Frage, ob die Arbeiten am dortigen Seeufer illegal gewesen sind oder nicht.

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