Stadt prüft Angebote sogenannter Dimm-Anlagen in der Stadt Arendsee

Es werde Licht – und die Kosten steigen nicht

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In Arendsee gibt es viele verschiedene Leuchtmittel. Deshalb ist der Nachweis einer nachhaltigen neuen Dimm-Technologie schwierig. Die Stadt Arendsee will dennoch ein Pilotprojekt starten und ermitteln, ob tatsächlich gespart werden kann.

Arendsee. Der Strom wird immer teurer, die Straßenbeleuchtung kostet immens viel Geld. 109 000 Euro sind in diesem Haushaltsjahr in Arendsee eingeplant.

Diese Kosten können aber nur erreicht werden, weil einige Abschnitte in den Orten vollständig abgeschaltet oder leuchttechnisch minimiert wurden, so beispielsweise durch kürzere Leuchtzeiten. Das hatte Bürgermeister auf den Plan gebracht, von Willkür war die Rede, von „in Arendsee ist alles hell und wir versinken im Dunkeln“ – bis hin zu lautstarken Diskussionen in den Gesprächsrunden, die vorher den Weg dafür ebnen sollten.

Das könnte sich vielleicht ändern, stimmen die Stadträte einer Technologie zu, die nach Aussagen der Macher Kosten spart. Es geht um das Dimmen der Straßenbeleuchtung, zeitabhängig, ohne die Lampen auszustellen. Damit, so Bauamtsleiter Gert Reckling, könnte dem Wunsch der Ortsbürgermeister entsprochen werden, mehr Licht ins Dunkel der Gemeinden zu bringen, hieß es. Zum Dimmen selbst: Über einen extern ansteuerbaren Kontrollmechanismus lassen sich beliebige Dimmprofile im Speicher hinterlegen. Diese ermöglichen es, beispielsweise nachts – bei zu erwartendem geringerem Straßenverkehr – stärker zu Dimmen als zu normalen Verkehrszeiten. Ein Anbieter hatte am Dienstag den Bauausschuss in nichtöffentlicher Sitzung informiert. Beispiel: Ab 20 Uhr werden 33 Prozent gespart, ab 22 Uhr bis 5 Uhr 67 Prozent, bis 6 Uhr 33 Prozent, ab 7 Uhr ungedimmt wegen des Berufsverkehrs. Die Einsparung wurde schließlich mit rund 48 Prozent angegeben.

Auch wenn die Zahlen beeindruckend sind: Die Straßenlampen in Arendsee haben unterschiedliche Leuchtmittel, machte Reckling deutlich. So dass nicht generell davon ausgegangen werden kann, dass überall alte 120 Watt-Lampen installiert sind. „Wir haben auch Straßenzüge wie an der Töbelmannstraße, die mit neuen Lampen versehen sind“, erklärt Reckling. Jeder Straßenzug sei gesondert zu betrachten. Bei Neuinstallationen wird darauf geachtet, dass nur moderne Leuchtmittel eingesetzt werden. „Was bringen Dimm-Systeme der Stadt?“, wollte die AZ wissen. Neben dem erwähnten Aspekt der besseren Beleuchtung sind es die Kosten. „Wären es für einen Straßenzug 20 000 Euro im Jahr und die Ersparnis beträgt 10 000 Euro, dann wären in fünf Jahren – bei einer Investition von 50 000 Euro – die Aufwendungen bezahlt“, so der Bauamtsleiter. der aber auch weiß, dass das in der Praxis erst einmal geprüft werden sollte.

Der Bauausschuss will mittels eines Pilotprojektes die Einsparung nachweisen. Dazu wird ein Straßenzug in Arendsee ausgewählt. „Ziel ist, dass die Kosten für die Straßenbeleuchtung auf Dauer eingefroren werden, auch wenn die Kosten für die Beschaffung immer wieder steigen sollten“, erklärten gestern Gert Reckling und Hauptamtsleiter Andreas Koch.

Von Harry Güssefeld

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