1200 Jahre Arendsee

Die Idee: Den Einbruch feiern

Ausschnitt aus einer Karte von 1657 mit dem Arendsee vor dem 2. Seeeinbruch
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Historische Karte vom Arendsee und Umgebung

Im kommenden Jahr könnte die Stadt Arendsee das 1200-jährige Bestehen des Arendsees feiern. Darauf wies beim Finanzausschuss vergangene Woche Stadtrat Thomas Schlicke hin. Doch Ortsteile haben auch Jubiläen.

Es wird berichtet, dass sich 822 ein Erdfall ereignete, bei dem sich der Arendsee um drei Fünftel seiner heutigen Fläche von einem Flachwassersee zu einem Tiefengewässer verändert hat. Allgemein wird dieses Datum als „Geburtsstunde“ des heutigen Arendsees angesehen, doch ist dieses Datum bei den Wissenschaftlern umstritten, da auch das Datum 1115 als Tag des Seeeinbruches genannt wird. Der Chronist Christof Entzelt legt den Erdfall in seiner 1579 in Magdeburg erschienen Altmärkischen Chronik unter anderem in das Jahr 815. Grundlage für den Erdfall soll ein Erdbeben 1115 sowie ein starker Frost im Winter 1121/22 gewesen sein.

Der Erdfall von 822 kann heutzutage nach über 1000 Jahren nicht zweifelsfrei belegt werden. Es gab bereits eine „Erste tausendjährige Jubelfeier“ im Jahre 822, sodass dieses Datum (822) wohl auch für eine 1200-Jahrfeier herangezogen werden kann. Zumal sich immer mehr Experten auf dieses Datum geeinigt haben und es als Übergang vom Flachwassersee zum Tiefwassersee gilt.

Es scheint jedenfalls auszureichen, um einen Anlass zum Feiern zu finden. Und genau darauf zielte die Frage von Thomas Schlicke ab. Generell wäre das möglich, meinten Bürgermeister Norman Klebe und Kämmerin Sigrid Lüdecke. Dann kam das Aber: Geld dafür könne im Haushalt nicht eingeplant werden. Klebe berichtete von den Anstrengungen, die er 2009 unternommen hatte, um bis zu 40 000 Euro an Sponsorengeldern zu akquirieren. Damit konnte das Fest, das eine Woche lang andauerte, über die Bühne gehen. Klebe machte auch gleich einen Vorschlag, mit dem viel Geld gespart werden könnte: Der Einsatz der Kindergärten und der Schulen. Doch bevor die Frage beantwortet wurde, wie lange denn das Fest gefeiert werden könnte, trumpfte die Kämmerin auf. Nicht nur Arendsee habe ein Jubiläum, auch die Orte ringsum könnten feiern, hätten so manche Idee. Damit war das Thema erst einmal beendet.

Stadtrat Jens Reichardt hat sich unterdessen die Arbeit gemacht, einmal nach möglichen Jubiläen in diesem Jahr oder auch im kommenden Jahr zu suchen.

Einige Beispiele dafür: Neben Arendsee könnte auch die Ortschaft Kraatz im kommenden Jahr feiern: 1322 wurde das Dorf erstmals als Vratz erwähnt. Eine 700-Jahr-Feier wäre möglich. Das Gleiche trifft auf Leppin zu. 1322 wurde der Ort als Leppyn erwähnt, als Bruning von Leppin die Orte Leppin und Zehren an das Kloster Arendsee verkaufte.

Der Ortsteil Dessau könnte im kommenden Jahr das 725. Jahr seiner Erwähnung als Dessow feiern, Neulingen hätte in diesem Jahr noch 750. Geburtstag. Der Ort wurde 1271 als Villa Neylinghe erwähnt.

Zühlen wurde 1322 als Villa Tzulen erstmals ins Gespräch gebracht, könnte also im kommenden Jahr eine 700-Jahrfeier organisieren.

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