Bauampel steht weiter auf Rot

Stadt und Altmarkkreis verwirren Bürger in Arendsee immer mehr

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Zu denen, die bauen wollen, es aber aktuell nicht dürfen, gehören Jörg Dell-Missier und Vilja Hanke. 

Arendsee – Als im Herbst 2016 im „Deutschen Haus“ in Arendsee Mitarbeiterinnen des Altmarkkreises den Pächtern von Grundstücken am Arendsee erklärten, dass sie sich mit ihren Parzellen im sogenannten Außenbereich befinden, brannte ein Sturm der Entrüstung durch den Saal.

Denn das bedeutete, jegliche Bauvorhaben waren auf Eis gelegt. .

Dass die Verwaltung den Parzellenbesitzern zur Seite sprang, sorgte für Hoffnung am Ufer des Arendsees. Es war die Innenbereichssatzung, die in der Stadt 1990 beschlossen und 1991 veröffentlicht wurde. Der, der sie erarbeitet hatte, war Peter Troch, der einstige Bauamtsleiter. Er saß im Herbst 2016 auch im „Deutschen Haus“ und wehrte sich damals gegen die Ausführungen seitens des Altmarkkreises.

Wie sich aktuell zeigt, ohne Erfolg. War es 2017 Bürgermeister Norman Klebe selbst, der den Leuten Hoffnung machte, wurden die Bürger am Dienstag eines Besseren belehrt. Ganz schnell, mit Segen des Bauausschusses und am 17. Juni durch den Stadtrat, sollte die Innenbereichssatzung ad acta gelegt werden (wir berichteten).

Der Bauausschuss spielte aber nicht mit. Vehement hatte Abgeordneter Jens Reichardt sich dagegen gewehrt, dass es nicht einmal eine Anordnung des Altmarkkreises gab, das zu tun. „Wir wollen dem Altmarkkreis einen Gefallen tun, der uns ausbluten lässt, und der mit der Existenz der Satzung Riesenprobleme hat, weil Leute bauen wollen, die Salzwedel nicht bauen lassen will“, so Reichardt.

Dass der Altmarkkreis – und das hinzugezogene Landesverwaltungsamt – die Existenz der Satzung infrage stelle, weil sie nicht entsprechend ausgefertigt wurde, sei an den Haaren herbeigezogen, sagte Reichardt. Dass diese Ausfertigung verschwunden ist, helfe nur dem Kreis, um die Verhinderungspolitik weiterzuführen.

Arendseer leiden unter dem Streit. Pächter am Seeufer wie auch Bauwillige im Bereich Wendlandweg. So wurden einst das Vorhaben der Familie Hanke / Dell-Missier – ein Eigenheim – seitens der Arendseer Verwaltung positiv beschieden.

„Der Stadtrat beabsichtigt die Ausweisung der Planfläche als allgemeines Wohngebiet“, so hieß es am 24. Mai 2017 im Amtsblatt. Gemeint war das Flurstück 22/2 in Arendsee und der Wunsch, dort ein Einfamilienhaus zu bauen. Am 27. Februar plötzlich der Rückzieher durch die Stadt: Ablehnung. Am 16. April wurde die Bauvoranfrage vom Bauordnungsamt abgelehnt. Die Stadt möge die Genehmigung noch einmal überdenken, hieß es. Der Kreis gehe von einem Gefälligkeitsgutachten für die Bauwilligen aus, hieß es damals.

VON HARRY GÜSSEFELD

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