Unbekannte luden stinkende Materialien an Arendseer Friedensstraße ab

Sperrmüll in Arendsee: Zeit der Umweltsünder

Das Sofa hatte eine Arendseerin vor die Tür gestellt, die Rolle mit stinkendem Inhalt darauf hatten Unbekannte dort platziert.
+
Das Sofa hatte eine Arendseerin vor die Tür gestellt, die Rolle mit stinkendem Inhalt darauf hatten Unbekannte dort platziert.

Arendsee – Alle Jahre wieder kommt sie – die Sperrmüllaktion auch in Arendsee. Und alle Jahre wieder liegen die Müllberge auf den Straßen und bieten den Urlaubern diese kleinen Kunstobjekte aus Sofas, alten Küchenstühlen, Bettgestellen und alten Matratzen.

Aber auch Herde und Kühlschränke werden einfach dort platziert, in der Hoffnung, die Männer von der Müllabfuhr werden das schon mitnehmen.

Werden sie sicherlich nicht, denn die Männer wissen, dass es sich bei elektrischen Geräten nicht um Sperrmüll handelt. Man mag sich fragen, warum es die Menschen immer wieder versuchen, obwohl sie längst wissen müssten, dass diese Geräte kostenlos auf dem Wirtschaftshof in Containern entsorgt werden können. Und so hat die Stadt Arendsee noch lange nachdem die Müllfahrzeuge verschwunden sind etwas von der Aktion. Bis sich irgendwann jemand darum kümmert und die letzten Geräte verschwinden. Aber es kann noch anders, ekliger werden: Der Arendseerin Vilja Hanke haben bislang Unbekannte eine dicke Rolle aus Filz auf das von ihr herausgestellte Sofa platziert. Aber nicht nur das: Der Inhalt stinkt, bis gestern Morgen war nicht klar, was sich darin befindet. Die Arendseerin zeigte sich beunruhigt, fragte gar, ob sie das Umweltamt oder die Polizei alarmieren sollte. Denn in eine Teppichrolle könne man ja vieles einrollen. „Und was ist, wenn das nicht mitgenommen wird? Bleibe ich auf dieser Rolle mit dem unbekannten stinkenden Inhalt sitzen?“, fragte sie sich am Montagabend.

Mit einem Brief an die Verwaltung in Arendsee will sich Stadträtin Vilja Hanke starkmachen, dass die Zeit der Sperrmüllberge in Arendsee ein Ende haben sollte. „Man muss nur in den Landkreis Stendal schauen. Dort gibt es für jeden Haushalt Abholscheine. Die Bewohner machen bei Bedarf Termine mit dem Unternehmen, die fahren das Grundstück an und laden den Sperrmüll auf“, sagte sie der AZ. Das habe mehrere Vorteile: Neben der Tatsache, dass es nicht flächendeckend Müllberge gibt wird auch gesichert, dass keine stinkenden Abfälle anonym und illegal abgelagert werden. „Ich finde diese Art der Entsorgung sehr gut, diese Art und Weise hier im Altmarkkreis ist einfach überholt und sorgt in den Kommunen für viel Ärger“, sagt Vilja Hanke. Um Arendseern und Urlaubern diese Anblicke zu ersparen, sollte ein Umdenken beginnen. Und: Die Mülltouristen von überall würden keinen Grund mehr haben, in die Region zu kommen. Denn sie suchen nicht nur nach Verwertbarem, sondern müssen auf Parkplätzen wie in Schrampe campieren. Ohne Toiletten. VON HARRY GÜSSEFELD

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare