Arendsee wird weiter Berge von Unrat über Tage ertragen müssen

Sperrmüll in Arendsee: Keine Stendaler Lösung

Sperrmüllberge zieren tagelang die Straßenränder in Arendsee.
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Sperrmüllberge zieren tagelang die Straßenränder in Arendsee.

Arendsee – Wer die jüngste große Sperrmüllaktion in Arendsee mit ihren unzähligen tagelangen Müllbergen auf der Straße verpasst hat, der muss nicht verzagen: Es wird sie wieder geben.

Ein Vorstoß, den Stadträtin Vilja Hanke (AfD) wagte, um dieses Bild in Zukunft den Arendseern und ihren Gästen zu ersparen, war dann auch nur ein Vorstoß.

Sie hatte in einem Schreiben an Bürgermeister Norman Klebe angeregt, sich mit ihr gemeinsam im Kreistag für eine Stendaler Lösung starkzumachen. Nicht um der Sache wegen, sondern um mehr Sicherheit auf die Straße zu bringen. Denn mit der derzeit aktuellen Sperrmüllsammlung sei dem illegalen Entsorgen Tür und Tor geöffnet. Nicht der Kühlschrank, der bleibt stehen. Aber in Arendsee sorgte eine Filzrolle voll von stinkendem Inhalt für Aufregung. Keiner hatte Mut, das auszuwickeln, hieß es. Und bevor die Rolle weiter inspiziert werden konnte, war sie weg. Mitgenommen von den Leuten der Müllabfuhr. Was dort abgeladen wurde, wird nicht mehr nachvollziehbar sein. Wohl auch gut so. Vilja Hanke hat nun auf ihren Vorschlag hin Post von Norman Klebe erhalten.

„Das Thema Sperrmüll hat den Stadtrat in seiner Vergangenheit schon mehrfach bewegt“, schreibt Klebe. So sei auch schon eine Resolution verabschiedet worden, die genau auf eine individuelle Sperrmüllsammlung, wie in Stendal, abgezielt habe.

Und weiter: „Für die Sperrmüllentsorgung ist die kreiseigene Gesellschaft Deponie GmbH zuständig. Die Resolution wurde einst an den Vorsitzenden des Kreistages gesandt. Nach Prüfung vom Altmarkkreis wurde uns eine Ablehnung erteilt und das bisherige System bestätigt, da aufgrund einer Änderung des Systems mit jährlichen Mehrkosten von 35 000 Euro zu rechnen sei. Insofern gab es keine Mehrheit im Kreistag, und der Vorschlag wurde verworfen“, so Klebe in seinem Antwortschreiben.

Klebe glaubt indes, dass sich die Auffassung des Kreises zu diesem Thema noch nicht geändert habe.

Vilja Hanke nimmt das Schreiben zur Kenntnis, meint aber auch, dass eine Entscheidung immer wieder neu hinterfragt werden könne. „Warum ignoriert man in Salzwedel die Tatsache, dass sich das massenhafte Ablagern von Müll negativ auswirkt? Auf das Stadtbild, verbunden damit, dass die Müllberge immer wieder von Schatzsuchern durchwühlt werden“, fragt sie.

Zur Erläuterung: Die Stendaler Lösung bedeutet, dass sich Bewohner eines Grundstückes, die mit einer entsprechenden Karte ausgestattet sind, beim Entsorger melden können, wenn sie meinen, im Sperrmüll zu ersticken und ihn loswerden wollen. Dann kommen die Männer und laden ihn auf: individuell und mit dem Blick darauf, dass kein anderer Müll dazwischenliegt.

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