Spaziergänger müssen sich selbst den Weg freiräumen

Sperrmüll in Arendsee auf dem Gehweg entsorgt

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Mehrere Haufen liegen am Gehweg und zum Teil auch darauf. Eine Tür wurde durch Spaziergänger bereits beiseitegezogen. Damit der öffentliche Bereich überhaupt passierbar ist.

Arendsee. Die Sperrmüllabfuhr war bereits vor Wochen, ein Straßenbereich von Arendsee ist aber weiterhin durch die Überbleibsel der Konsumgesellschaft geprägt.

Vor dem alten Wohnblock am Dessauer Worth im Kreuzungsbereich zur Mühlenstraße – der laut Aussage des Eigentümers eigentlich in diesem Jahr hergerichtet werden sollte – liegen mehrere Haufen. Ein besonders großer ragt auf den öffentlichen Gehweg.

Arendseer wiesen im Gespräch mit der AZ auf die Situation hin, nachdem sie bereits vor Wochen im Ordnungsamt der Einheitsgemeinde Bescheid gegeben haben. Damit der Weg überhaupt passierbar ist, war Eigeninitiative nötig. Eine große Tür wurde beiseite gezerrt. Doch andere Teile ragen weiterhin auf den öffentlichen Bereich, der sich im Eigentum der Gemeinde befindet.

Maroder Gehweg: Bereiche sind zugewachsen, Platten gebrochen und zum Teil wackelig. Spaziergänger begeben sich so in Gefahr.

Immer wieder gibt es Ärger um dieses Areal. Dies betrifft zum Beispiel wucherndes Gras und den allgemeinen Zustand des Hauses. Die Stadt verweist immer wieder darauf, dass es sich um Privateigentum handelt. Bußgelder seien bezahlt worden. Nun gibt es mit dem Sperrmüll ein erneutes Problem. Während Verwaltung und Kommunalpolitiker bei anderen Stadtgebieten immer wieder darauf drängten, dass raugestellter Sperrmüll möglichst schnell entsorgt wird – bewegt sich in diesem Teil von Arendsee bislang nichts. Trotz des bekannten Arguments, dass Touristen einen schönen Eindruck von der Seestadt bekommen sollen.

Für Gäste und Einheimische werden mit viel ehrenamtlicher Hilfe immer weitere Bewegungsmöglichkeiten am Seeufer geschaffen. So zum Beispiel hinter der einstigen Kita „Zur Linde“. Mit Blick darauf weckt das Sperrmüllproblem am Dessauer Worth die Kreativität von Einheimischen. Dieser städtische Gehwegteil, der seit Jahrzehnten nicht mehr repariert wurde, könnte demnach, sarkastisch betrachtet, als Bewegungsparcours ausgewiesen werden. Die Muskeln ließen sich mit dem Hin- und Hertragen von Sperrmüll stärken, und das Gleichgewicht wird bereits beim normalen Laufen stark gefordert. Denn einige Platten sind kaputt und wackeln – der städtische Gehweg somit zur Unfallgefahr. Anlieger haben sich mit der Situation zum Teil arrangiert und weichen, wenn möglich, auf die Fahrbahn aus, um sich nicht selbst in Stolpergefahr zu bringen.

Von Christian Ziems

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