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Spaß im Bungalow – und das ganz ohne Fernseher

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Erzieherinnen und Kinder aus dem Kinderhaus Kropstädt bei Wittenberg kamen auf Empfehlung nach Arendsee. Niemand von ihnen war zuvor in der Seestadt – und sie finden die Region einfach klasse. Sie wohnen im Bungalow (im Hintergrund).
Erzieherinnen und Kinder aus dem Kinderhaus Kropstädt bei Wittenberg kamen auf Empfehlung nach Arendsee. Niemand von ihnen war zuvor in der Seestadt – und sie finden die Region einfach klasse. Sie wohnen im Bungalow (im Hintergrund).

Arendsee. Viele Millionen Euro sind in die Sanierung des ehemaligen Maurice-Thorez-Ferienlagers geflossen. Das heutige KiEZ Arendsee bietet Urlaub auf höchstem Niveau. Und hat sich dennoch einen gewissen Teil Nostalgie bewahrt – Urlaub in Sommerhütten.

Insgesamt werden in den Bungalows 200 Betten angeboten. In Gebäuden, die zwar auf Vordermann gebracht wurden, aber immer noch den Charme eines einstigen Ferienlagers versprühen. Einzig wirklich neu sind die zentralen Sanitärgebäude. Sie sind den einfachen Waschhäusern gewichen.

Eine Gruppe, die in den Sommerhütten für eine Woche Urlaub macht, hat die AZ gestern besucht. Es sind sechs Kinder im Alter zwischen 14 und 17 Jahren aus dem Kinderhaus Kropstädt bei Wittenberg mit ihren Erzieherinnen Ines Polak und Ina Höfer. Die Einrichtung des Albert-Schweitzer-Familienwerkes betreut Kinder vollstationär. Den Urlaub in Arendsee genießen sie sichtlich. „Man hat uns Arendsee als Reiseziel empfohlen. Dass wir in den Hütten übernachten, war so nicht geplant, aber es gab zu dieser Zeit keine andere Möglichkeit mehr“, so die Erzieherinnen. Von einem besonderen Erlebnis sprechen die beiden Frauen. Auch deshalb, weil die Kinder in Kropstädt voll umsorgt sind, hier aber in Arendsee ohne Fernseher auskommen müssen. Es soll sogar vorgekommen sein, dass die 16-jährige Lisa drei Stunden ihr Handy nicht vermisste. „Sie spielen hier Federball, die Einfachheit ist ein Gewinn für alle“, beschreibt Ines Polak die bisherigen vier Tage. Die AZ darf in die Stuben. Es erinnert den Redakteur an die Ferienlager, aber auch ein wenig an die Zeit bei der Truppe. Der 15-jährige Justin und Vincent (14) räumen ihre Klamotten in den Schrank. Sehr ordentlich, wie die Erzieherinnen bescheinigen. Außer dem Schrank sind Bett, Tisch und Stühle vorhanden. Vielleicht, so kommt der Gedanke, lebt Uli Hoeneß gerade komfortabler.

Aber für die Kropstädter ist es ein toller Urlaub. Sie vermissen nichts. Eine „Queen“-Fahrt stand schon auf dem Plan, bei der Justin Fische und Schwanenkinder beobachten konnte, wie er der AZ erzählt. In Salzwedel waren sie schon, gestern ging es in den Stendaler Tierpark. Wenn es wärmer wird, gehts natürlich ins Strandbad.

KiEZ-Geschäftsführerin Irmela Spöttle schwört auf ihre Sommerbungalows unter Kiefern. „Es ist ein Angebot für Gruppen, sicherlich auch mit einem finanziellen Anreiz“, so die Chefin. Die Betten sind billiger, aber wie sich zeigt, auch sehr beliebt. 500 Mädchen und Jungen erholen sich derzeit im KiEZ, 200 in den Bungalows, die früher zur „Freundschaft sechs“ gehörten. Ein wenig Nostalgie darf schon sein.

Von Harry Güssefeld

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