März war nicht bauernfreundlich / Nasse Äcker machen Fachleuten weiter zu schaffen

Spätes Frühjahr sorgt für viel Arbeit

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Auf der Fläche zwischen Thielbeerer Chaussee und Landesstraße 1 sollen Erbsen gedeihen. Die Frühjahrsbestellung dafür wurde in dieser Woche erledigt. Den landwirtschaftlichen Mitarbeitern bereitet aber die Nässe weiter Sorgen. 

Arendsee. „Wir haben Arbeit ohne Ende, es kommt alles auf einmal“, beschrieb Rolf Lehmann, Geschäftsführer der Landwirtschaftsgesellschaft Arendsee (LGA) die derzeitige Situation.

Die kalten Tage bis Ostern sorgten dafür, dass die Tätigkeiten auf den Feldern nicht so in Angriff genommen werden konnten, wie gewünscht. Hinzu kommt Nässe, die weiterhin Schwierigkeiten bereitet. So fuhr sich in dieser Woche ein Traktor bei der Frühjahrsbestellung zwischen Thielbeerer Chaussee und Landesstraße 1 fest.

Doch davon lassen sich die erfahrenen Mitarbeiter nur kurz aufhalten, der Betrieb muss weiterlaufen. Derzeit stehen vor allem Erbsen (60 Hektar) im Mittelpunkt. Bis zum 20. April gilt es auf 170 Hektar Mais zu legen. Zuckerrüben sind bereits im Boden, ein Lohnunternehmen hat sich darum gekümmert (zehn Hektar). Zur Frühjahrsbestellung gehören zudem Lupine (50 Hektar) und Sommergerste (30 Hektar).

Darüber hinaus soll geschaut werden, wo gepflegt werden muss und an welchen Stellen Pflanzenschutz nötig ist. Dies betrifft auch Flächen, bei denen die Grundlage für eine gute Ernte bereits im Herbst gelegt wurde. So wächst auf 440 Hektar Wintergetreide (Gerste, Weizen, Triticale und Roggen). Der Winterraps nimmt 150 Hektar ein. Für Biogasanlagen wachsen auf 35 Hektar Zuckerrüben.

Außerdem kümmert sich das Unternehmen, deren Chef auch Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Arendsee ist, in enger Zusammenarbeit mit Jägern um Wildäsungsstreifen. Diese werden vom Niederwild angenommen. Darüber hinaus wird Wert auf Blühstreifen gelegt. Die Arbeiten erfolgen auf zehn Hektar.

Die LGA hat Bäume beschnitten und Straßen freigeschoben.

Die Fäden laufen im Betriebsbüro am Arendseer Hasenwinkel zusammen. Dort wurden den Winter über soweit wie möglich bereits nötiger Papierkram erledigt. Nicht immer gelang dies aber. Denn bei den Agrar-Anträgen hat sich einiges geändert, eine amtliche Veranstaltung dazu wurde in dieser Woche in Winterfeld abgehalten. Rolf Lehmann hätte sich gewünscht, dass dies bereits in kalten Monaten passiert wäre. „Jetzt hat man eigentlich draußen genug zu tun“, so der Geschäftsführer zum Abschluss des Gesprächs, während Vertreter der Universität Rostock auf den Betriebshof fuhren. Das Arendseer Unternehmen arbeitet nicht nur mit dieser Uni zusammen. Auch Humboldt-Studenten sind aktiv. Sie ziehen gemeinsam mit Mitarbeitern des Leibnitz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei Grundwasserproben (AZ berichtete). Die Arendseer LGA ist dabei involviert.

Der Betrieb hat sich in den vergangenen Monaten auch um Bäume gekümmert. Es galt Sturmschäden zu beseitigen und Gehölze zu beschneiden. Dazu gehört die Thielbeerer Chaussee. Dort wurde ein Teil der Fahrbahn freigeschoben, die im Laufe der Jahre zugewuchert war. Die Straße wird von Pkws kaum befahren, sie ist eine Sackgasse.

Von Christian Ziems

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