Sorgen – aber auch Hoffnung

Waldbesitzer auf Exkursion bei Mechau

Eine Exkursion der Forstbetriebsgemeinschaft Riebau-Mechau am 25. September 2021 in der Nähe von Mechau
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Die jüngste Exkursion der Forstbetriebsgemeinschaft Riebau-Mechau am Sonnabend war auf großes Interesse gestoßen. Es ging allerdings auch um viel – um die Zukunft bestimmter Baumarten in der Altmark, um Schädlingsbefall und um Wasserknappheit.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Die Forstbetriebsgemeinschaft Riebau-Mechau hatte ihre Mitglieder zu einer Exkursion eingeladen. Und viele waren gekommen, um sich unter fachlicher Führung ein Bild von den Zuständen im Wald zu machen.

Mechau – Es sei eine Zeit des Umbruchs, aber auch des Abwartens, wie der betreuende Förster, Andreas Rechzygier, erklärte. Sein Vorgänger, Frank Harder, der in den Ruhestand wechselte, stand ihm am Sonnabend noch manchmal zur Seite.

Das Bild des Waldes ist zweigeteilt. Traurig, weil Trockenheit, Schädlinge und Stürme den Beständen zugesetzt haben. Aber es gibt da noch diese Hoffnung: Dass ein Weg gefunden wird, andere Baumarten zu pflanzen. Solche, die sich dem Geschehen besser stellen als Kiefer oder auch Fichte.

Der Fichte machte der Förster keine Hoffnung in der Altmark mehr, der Kiefer aber schon. Auch wenn vermehrt mit Douglasie geplant wird. Verjüngung der Bestände wird das genannt, nachdem eine Fläche gerodet wurde. Drei Jahre hat der Waldbesitzer Zeit, sich um diese Verjüngung zu kümmern. Das sei Gesetz, hieß es auf Nachfrage von Waldbesitzern.

Interessant: Bei der Bewertung der heutigen Waldbestände ist auch bekannt, dass vor rund 200 Jahren kaum Wald in der Region vorhanden war. Es soll sogar Wanderdünen gegeben haben, die der Wind durch die heutige Altmark trieb.

Die Neuanpflanzungen, die am Sonnabend betrachtet wurden, sind rund drei Jahre alt. Der eigentlich gepflanzte Baum, die Douglasie, hat neben sich die Kiefer und die Birke. „Wir müssen sehen, wer sich hier durchsetzt“, hieß es.

Kiefern und Birke stehen fast gleichberechtigt zwischen den Douglasien, so scheint es. Sollte es die Douglasie schaffen, könnten Kiefer und Birke raus. Also völlig offen, wie sich die Wälder in nicht allzu langer Zeit präsentieren werden.

Kritik gab es an den Unterhaltungsverbänden. Die Geld bekommen für die Unterhaltung der Gräben. „In diesen Gräben wird das Wasser abgeleitet, welches wir dringend brauchen“, hieß es seitens der Waldbesitzer. Deshalb sei es unverständlich, dafür auch noch Geld zu verlangen. „Man müsste die Gräben zuschieben“, so eine Forderung aus dem Hinterhalt der Exkursionsteilnehmer.

Ein Thema drehte sich um die Schädlinge. Anschaulich wurde es, als ein Gefäß abgenommen wurde und deren Inhalt, zahlreiche Nonnen (eine Schmetterlingsart), zum Vorschein kamen.

Die Bekämpfung der Schädlinge sei eine wichtige Aufgabe, aber ebenso der Kampf gegen den Wildbiss. „Als Waldbesitzer muss man auch mal den Mut haben, auf Jagdversammlungen seinen Unmut zum Ausdruck zu bringen, wenn Schäden beobachtet werden“, riet Andreas Rechzygier.

Und da sei noch die Sache mit dem Brandschutz. Nicht Scherben, wie volkstümlich immer wieder beschrieben, seien die Gefahr. Nein, Munition und Brandstiftung gehören demnach zu den häufigsten Ursachen für Schäden am Wald. Der Förster erinnerte an zwei Brände: In Kaulitz war der Auslöser eine landwirtschaftliche Maschine, bei Riebau sei es Brandstiftung gewesen.

Vor einem Lärchenbestand, der einmal ein großer seiner Art gewesen war, blieben die Teilnehmer stehen. Der Lärchenborkenkäfer hatte ganze Arbeit geleistet, sodass weitere Bäume entnommen werden müssen. Doch auch dann bestehe kaum eine Überlebenschance für die dann noch nicht befallenen Bäume, wie Frank Harder ergänzte. Die Lärche sei sturmempfindlich. Und deshalb würde dann, wenn die Bestände gelichtet seien, starker Wind leichtes Spiel haben.

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