Wetterstation auf der „Blauen Perle“ registriert geringere Jahrestemperaturen

Sommertourismus mit Regensorgen

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Die Messplattform auf dem Arendsee zeichnet seit Jahren Daten auf. Wissenschaftler wollen damit die Entwicklung der „Blauen Perle“ genau beobachten. 2017 hat sich unter anderem gezeigt, dass die Jahresdurchschnittstemperatur etwas gesunken ist.

Arendsee. Hohe Temperaturen, wenig Regen und viel Sonne: Das wünschen sich Tourismusanbieter am Arendsee. Derzeit kann der Frühling genossen werden. In den vergangenen Jahren gab es aber immer wieder Frust, weil die Sommer nass und kühl waren.

Speziell für die Region um den Luftkurort gibt es Daten, die ohne persönliche Empfindungen aufgezeichnet wurden.

Das Leibnitz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei Berlin betreibt auf der „Blauen Perle“ zwischen den Badestellen Schramper Eck und Zießau für wissenschaftliche Zwecke eine schwimmende Messstation. Diese zeichnet alle zehn Minuten verschiedene Fakten auf. Daraus können Tagesmittel- und durchschnittliche Jahreswerte abgeleitet werden.

Sylvia Jordan von der Abteilung für Chemische Analytik und Biogeochemie wertete für die Altmark-Zeitung Daten aus dem Jahr 2017 aus und verglich diese mit 2016. Eine Erkenntnis: Es wurde etwas kühler. Das Jahresmittel der Lufttemperatur betrug auf dem See 2017 10,3 Grad, 2016 waren es 10,5 Grad. Registriert werden auch Höchstwerte: 29 Grad am 30. August 2017 (15.10 Uhr) und 33,2 Grad am 26. August 2016 (17.10 Uhr). Besonders kalt war es an folgenden Tagen: 22. Januar 2016 (-9,7 Grad) und 6. Januar 2017 (-9,1 Grad). Ihr Augenmerk legen die Wissenschaftler vor allem auf das Wasser. Dies erreichte 2017 als Spitzenwert 22,3 Grad (2016 = 24,3 Grad).

Nicht so sehr im Fokus der Messungen auf dem Arendsee liegt das Nass von oben. Bei den Niederschlägen gibt es trotzdem eine Grunderkenntnis. Der meiste Regen fiel im vergangenen Juni, der wenigste im Dezember. Dieses Wetterdetail passt nicht zur Ausrichtung des Luftkurortes auf den Sommertourismus.

Dass dabei auch andere Wege durchaus denkbar sind, zeigt ein amtliches Gutachten vom Deutschen Wetterdienst. Solch eine Klimakontrollanalyse muss alle zehn Jahre erneuert werden, um den Status Luftkurort zu erhalten. Auftraggeber ist die Stadt Arendsee. Die aktuellste Analyse stammt von 2014. Darin wird darauf hingewiesen, dass die Region zwischen September bis Mai vermehrt und häufig für Kältereize als Therapie im Gesundheitssektor genutzt werden könnte. Das Papier wurde allerdings bislang nicht für öffentliche Werbezwecke genutzt und befindet sich im Arendseer Rathaus.

Mit Blick auf 2017 spielte immer wieder der Wind eine Rolle. Schwere Stürme fegten mehrfach über die „Blaue Perle“. Bei „Xavier“ am 5. Oktober vergangenen Jahres war es besonders schlimm. Damals gaben nicht nur Bäume am Ufer nach. Auch der Anker der Messplattform löste sich bei einer Windstärke von etwa sieben bis acht (13.40 Uhr) kurzzeitig, die Konstruktion über Wasser wurde verschoben. Darum waren bis zwei Wochen nach „Xavier“ nicht alle Daten exakt. Im Durchschnitt war der Dezember der windigste Monat. Die Hauptrichtung ist West-Südwest.

Von Christian Ziems

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