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Sommertheater im Arendseer Kloster gestartet

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Szene aus dem Sommertheater im Kloster Arendsee
„Möchten Sie die Wurst aus Menschenfleisch einmal probieren?“ – Momente wie dieser brachten das Publikum auf dem Arendseer Klostergelände zur Sommertheaterpremiere am Sonnabendabend zum Lachen. © Freier Mitarbeiter

Es war schon ein seltsamer Anblick: Zur Premiere der diesjährigen Sommeraufführungen des Theaters der Altmark Stendal im Kloster Arendsee saßen die Zuschauer in dicke Decken oder Mäntel gehüllt. In der Pause wurde außerdem nach Glühwein gefragt. Doch glücklicherweise wurde den zahlreichen Besuchern schon bald bei dem von Ole Xylander, Sebastian Hammer und Matthias Hinz gespielten Stück „Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)“ in der Inszenierung von Jürgen Lingmann warm.

Arendsee – 38 Stücke – etwa „Romeo und Julia“, „Julius Caesar“, „Hamlet“, „König Lear“, „Ein Sommernachtstraum“ und „Macbeth“ – wurden recht eigenwillig und unterhaltsam in sechzig Minuten angerissen. Und wer glaubte, alle Werke des englischen Dramatikers William Shakespeare lassen sich nicht in so kurzer Zeit vortragen, der wurde in dem Stück von Adam Long, Daniel Singer und Jess Winfield eines Besseren belehrt.

Ole Xylander, Sebastian Hammer und Matthias Hinz schafften es unter dem Beifall der Zuschauer, zum Schluss der Vorstellung das Stück noch einmal in 17 Sekunden vorwärts und rückwärts zu zeigen. Sie spielten sich die Pointen gegenseitig zu, sodass es gar nicht auffiel, dass Ole Xylander erst wenige Tage vor der Arendseer Premiere für den erkrankten Paul Worms eingesprungen war.

Da war die berühmte Balkonszene aus „Romeo und Julia“, die von den drei Schauspielern an die Arendseer Klostermauer verlegt wurde. Julia kokettierte im Fenster stehend mit Romeo, aber auch mit den Zuschauern. In einer Szene aus „Titus Andronicus“ wurde den Theaterbesuchern (falsche) Wurst aus Menschenfleisch anboten. Viele Momente brachten die Zuschauer zum Lachen und zu Szenenapplaus.

„Ich glaube, dass William Shakespeare sicher bei dem Stück auch mindestens geschmunzelt hätte. Ich jedenfalls fand es toll und unterhaltsam“, meinte Uwe Walter, Vorsitzender des gastgebenden Vereins „Kloster Arendsee“.

Er hatte bereits vor der Aufführung den Vertrag mit dem Theater der Altmark für die Spielzeit 2023 unterschrieben. „Wir haben bereits seit vielen Jahren eine gute Zusammenarbeit. Angefangen hat alles mit den Shakespeare-Stücken“, erinnerten sich Museumsleiterin Rica Meise und Uwe Walter. „Diese Unterschrift hier heute ist auch ein Zeichen, dass es nach der schwierigen Zeit mit den vielen Einschränkungen durch den Corona-Virus wieder weitergeht“, betonte Uwe Walter.

Als Nächstes soll voraussichtlich „Der Revisor“ von Nikolaj Gogol in der Bearbeitung von John von Düffel zur Aufführung kommen. „Wir hoffen, eine echte Premiere hier nach Arendsee zu bekommen“, wünschte sich nicht nur der Vereinsvorstand, sondern auch viele der Arendseer Theaterfreunde.

Ihnen war übrigens aufgefallen, dass Rica Meise ein neues Outfit aus T-Shirt und roter Weste am Einlass trug – eine Spende aus Arendsee zu den Theateraufführungen.

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