Stadtwehrleiter kritisiert persönliche Attacke von Fleetmarks Ortswehrleiter

„Solch ein Verhalten ist nicht zu verstehen!“

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Arendsees Stadtwehrleiter Hans-Joachim Hinze (r.) und Vize-Kreisbrandmeister Ralph Giesser gönnten sich nur wenig Ruhe beim Hochwassereinsatz in Magdeburg. Nach der Rückkehr ereilte Hinze die Nachricht vom Rücktritt des Fleetmarker Ortswehrleiters.

Arendsee. Nachdem die AZ in ihrer Montagsausgabe gemeldet hatte, dass Fleetmarks Ortswehrleiter Detlef Kordts seinen Rücktritt erklärt, lag gestern Morgen in der Post der Verwaltung das offizielle Rücktrittsschreiben – aus persönlichen Gründen. Datiert vom 7. Juni.

In der Begründung hatte Kordts gegenüber der AZ erklärt, dass er sich vom Stadtwehrleiter und von der Verwaltung hintergangen fühlt, er habe mehrmals nicht die Information bekommen, die er für sein Amt benötigt. Konkret ging es jetzt aber darum, dass acht Kameraden aus seinem Verantwortungsbereich zum Einsatz an die Hochwasserfront in Magdeburg beordert werden sollten. Davon habe er nichts gewusst, hatte Kordts erklärt.

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Stadtwehrleiter Hans-Joachim Hinze, der in der Nacht zu Montag gegen 1.30 Uhr mit den Einsatzkräften aus Magdeburg zurückkam, saß gestern im Bürgermeisterzimmer des Arendseer Rathauses. „Das ist eine Lüge, ich bin entsetzt“, so Hinze in einem Pressegespräch. Während er mit einigen Kameraden bereits am 4. Juni nach Magdeburg ausrückte, hatte er am 5. Juni mit der Ortswehr Fleetmark gesprochen – konkret mit dem stellvertretenden Ortswehrleiter Andreas Herfort. „Ich musste schnell handeln, hatte die Nummer von Andreas Herfort dabei und kann ja wohl davon ausgehen, dass er seinen Wehrleiter informiert“, machte Hinze klar. Es schien auch alles geklappt zu haben. Am 6. Juni rückten acht Kameraden aus Fleetmark und Molitz in Magdeburg an. Dass Detlef Kordts nichts gewusst habe, das kann seit gestern kaum noch aufrechterhalten werden. Denn: Mit Freisprecheinrichtung hatte der Stadtwehrleiter gestern noch aus dem Rathaus Vize-Ortswehrleiter Herfort angerufen und ihn gefragt, ob er in dieser Angelegenheit seinen Chef informiert habe. Es kam ein klares „Ja“. „Für mich ist damit klar, dass die Informationskette funktioniert hat.

Einsatzkräfte sind sprachlos

Jetzt, wo alle Hände gebraucht werden, um Menschen zu schützen, erklärt der Ortswehrleiter aus nicht nachvollziehbaren Gründen seinen Rücktritt“, erklärte Hans-Joachim Hinze. Für Hinze ist aber auch klar, dass es zwischen ihm und den Kameraden der Wehr keine Probleme gibt. Gleiches war von Bürgermeister Norman Klebe zu hören. Dankbar waren beide, als Andreas Herfort erklärte, dass man sich unabhängig von der Rücktrittserklärung „auf die Fleetmarker verlassen kann“. Auch im Hinblick auf den Hochwasserschutz sage er weiter Hilfe zu. Gegenüber der AZ hatte Kordts erklärt, dass es zwischen ihm und Stadtwehrleiter Hinze kaum noch Kontakt gebe. Wenn Arendsee sich melde, sei immer ein anderer, auch sein Stellvertreter, Ansprechpartner. Dazu hatte Hinze gestern erklärt, er habe sich im jüngsten Fall an Vize-Wehrleiter Herfort gewandt, weil er keine andere Telefonnummer hatte.

Von Harry Güssefeld

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