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Solarpark-Konzept für Einheitsgemeinde Arendsee umstritten

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Von: Detlef Güssefeld

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Mensch und Leinwand
Arendsees Bürgermeister Norman Klebe präsentierte das sogenannte gesamträumliche Konzept zu Photovoltaik-Freiflächenanlagen zuletzt in Fleetmark während einer Einwohnerversammlung. In der Nachbarschaft, in Thielbeer, stieß der Plan hingegen auf Skepsis. © Heymann, Jens

„Alle reden von der Energiewende, und dann wird uns dieses gesamträumliche Konzept zu PV-Freiflächenanlagen vorgelegt, das so viele Verbote beinhaltet.“ Dieser Meinung war der Ortschaftsrat in Thielbeer.

Thielbeer - Zum einen wolle man einen Fachmann, der das noch einmal erklärt, zum anderen gebe man diesem Konzept generell keine lange Lebensdauer. Denn der Zwang, alternative Energien zu nutzen, werde so groß sein, dass auch die Interessenten, deren Vorhaben derzeit noch abgewiesen würden, ihre Pläne umsetzen können. So der Tenor im Dorfgemeinschaftshaus.

Derzeit sind drei Interessenten bekannt, die in der Gemarkung Thielbeer in einen Solarpark investieren wollen. Dabei geht es um Größen von zehn Hektar bei Zühlen sowie zwei Hektar in Thielbeer nahe des Klärwerks. Und seit Kurzem ist auch bekannt, dass eine Thielbeererin einen Antrag für einen 18 Hektar großen Solarpark ebenfalls in der Nähe des Klärwerks gestellt hat.

Geht es nach dem Konzept, sind die Flächen, auf denen investiert werden soll, dem Tourismus bzw. der Landwirtschaft vorbehalten. Unverständnis machte sich breit, und so erklärten die Ortschaftsratsmitglieder dieses vorgelegte Konzept als eine Idee, die mit den aktuellen energiepolitischen Zielen des Landes und des Bundes nichts zu tun habe. Investoren würden ausgebremst, und das sei so nicht hinzunehmen. Ortschaftsrat Norbert Albrecht verwies zudem auf die zu erwartenden enormen finanziellen Mittel, über die die Kommune bei Umsetzung der Vorhaben verfügen könnte. Auch die einzelnen Orte würden angesichts der klammen Kassen durchatmen können. Auch deshalb verstehe er die Haltung der Verwaltung in Arendsee nicht. Es gebe Redebedarf – in Thielbeer hätte man sich gefreut, wenn kompetente Gesprächspartner vor Ort gewesen wären. Aber sie waren es bei der Ratssitzung nicht.

Ortsbürgermeisterin Anne Roth hatte unterstrichen, dass die Vorhaben in der Gemarkung mit den Bedingungen aus dem Plan nicht vereinbar seien. Das könne so nicht stehen bleiben, hieß es. Entweder man wolle die Energiewende oder weise Tourismusgebiete aus, die nicht einmal durch Radwege erschlossen sind. Und in der Nähe der Kernstadt, von Tourismus geprägt, gebe es Solaranlagen, das verstehe keiner. Dass einige Vorhaben vorangeschritten sind und andere versuchten, ihre Anträge noch loszuwerden, wurde ebenfalls moniert. Aber wie erwähnt: Der Plan werde so nicht überstehen, waren sich die Thielbeerer einig.

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