AZ forschte nach dem Verbleib der Gemälde und Skulpturen

Wo sind eigentlich die „Waldheim“-Kunstwerke?

Das Bild „Zwei Wanderer“ von Dietrich Fröhner ist wie zehn weitere Bilder, die im „Waldheim“ hingen, eine Leihgabe des Landes Sachsen-Anhalt. Sollte sich keine Verwendung mehr finden, müssen sie zurück ins Landesarchiv geschickt werden. Fotos (2): Güssefeld

Arendsee. Wer kennt sie noch, die Skulptur der „Badenden“ aus dem ehemaligen Foyer des „Waldheimes“? Die Frau, sicherlich keine Schönheit, aber mit einem ideellen Wert, so dass sie ihren Platz in der Touristinformation der Stadt Arendsee fand.

Doch wo sind die anderen Dinge geblieben, die Bilder beispielsweise? Die AZ machte sich gestern auf die Suche. Einen Hinweis gab es: Bilder aus dem ehemaligen Erholungstempel sollen in der Sparkasse gehangen haben. „Wir hatten hier einige Exemplare von der Stadt bekommen, sie hingen hier auch“, so eine Mitarbeiterin. In der Sparkasse gab es auch den Hinweis, dass sich einige Bilder in der Volksbank befinden würden. Also auf ins andere Kreditinstitut. Martina Fricke verweist sofort auf das Bild „Gitarrenspieler“ – es hängt genau hinter ihrem Arbeitsplatz. „Wir haben hier noch einige andere“, erzählt die Kundenberaterin. In einem anderen Raum hing auch der Wandteppich „Die 15 Schwestern“. „Wir haben aber noch mehr“, heißt es dann und der Weg führt in die Kellerräume. Dort finden sich auch die Bilder wieder, die einst in der Sparkasse hingen, unter anderem „Zwei Wanderer“. „Als die Sparkasse sie nicht mehr brauchte, hatte eine Kollegin von uns ihre Bereitschaft erklärt, sie zu übernehmen“, so die Erklärung in der Volksbank. Aber: Es werden Gespräche geführt, die Bilder, die nicht mehr gebraucht werden, an die Stadt zurückzugeben. Das bestätigt gestern auch Beate Hohndorf von der Arendseer Verwaltung.

Doch bei den Bildern – insgesamt elf und die Figur Pieta im Klosterhof – handelt es sich um Leihgaben der Landes Sachsen-Anhalt. „Wenn wir nun einiges zurückbekommen und es nicht mehr brauchen, dann müssen wir es zum Landesarchiv nach Halle abgeben“, so Beate Hohndorf. Das Bild im Versammlungsraum des Rathauses, das eine Elster im Sonnenblumenfeld zeigt, stammte auch aus dem „Waldheim“. 1948 war es entstanden und soll auf alle Fälle in Arendsee bleiben.

Das „Waldheim“ selbst ist nur noch eine Ruine. Dass viele der Kunstwerke gerettet wurden, freut auch Sonja Nowack von der Luftkurort-Arendsee-GmbH. Sie hatte einst im „Waldheim“ gearbeitet. „An die Badende kann ich mich noch erinnern. Immer wieder haben wir an ihr Staub gewischt, sie gut gepflegt“, sagt sie und freut sich, dass die Figur im Haus des Gastes einen würdigen Platz gefunden hat.

In der Verwaltung wird demnächst entschieden, welche von den Bildern den Weg nach Halle antreten werden.

Von Harry Güssefeld

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