Der Kampf gegen Windmühlen

Sichtbarer See-Pegel: Idee eines Arendseers erneut abgeschmettert

Der Arendsee: Er verlor viel Wasser. Ein öffentlicher Lattenpegel, den Wasserstand zu beobachten, wird nicht genehmigt.
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Der Arendsee: Er verlor viel Wasser. Ein öffentlicher Lattenpegel, den Wasserstand zu beobachten, wird nicht genehmigt.

Arendsee – Es würde das Land nichts kosten, keine Fördermittel verbrauchen, wie landesweit für Projekte erteilt, die im Sande verlaufen.

Doch die Idee von Günther Meier, einen Pegel im Arendsee zu installieren, den Besucher visuell zur Kenntnis nehmen können, findet kein Gehör beim Eigentümer des Sees und dessen Vertreter, dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW). Das jüngste Schreiben stammt vom LHW und darin wird dem Arendseer, einem ehemaligen Flussbereichsleiter, erklärt, dass man einen solchen Pegel nicht benötige. „Am Arendsee betreibt der LHW zwei Lattenpegel und einen Fernpegel, der auf der Seite der Hochwasservorhersagezentrale täglich aktualisiert wird“, heißt es aus Magdeburg. Nach Rücksprache mit dem Gewässerkundlichen Landesdienst und dem Flussbereich Osterburg sei dies für das Standgewässer Arendsee ausreichend. Und dann folgt etwas, was Günther Meier stutzig macht. „Das Defizit zwischen Niederschlag sowie Zufluss zum Gewässer und der Verdunstung in den Jahren 2018 und 2019 ist auch heute noch am Wasserstand zu erkennen. Die Installation einer weiteren Pegellatte würde an dieser Situation nichts ändern“, heißt es weiter. Davon, so Meier, sei nie die Rede gewesen, Er nehme das schon etwas persönlich, ihm zu erklären, dass eine Pegellatte keinen Wasserstand beeinflussen könne.

Touristen, die am Arendsee spazieren gehen und den Pegel vielleicht auch tagelang beobachten können, dürften kein Interesse haben, die Seite der „Hochwasservorhersagezentrale“ aufzurufen. Dass die drei vom LHW beschriebenen Pegel gar nicht einzusehen sind, wird mit keiner Silbe erwähnt. „Aus meiner Sicht ist die Antwort des LHW auf meinen Wunsch, einen Pegel in Arendsee zu initiieren, enttäuschend negativ und total am Thema vorbei “, heißt es in Meier’s E-mail an die AZ.

Überlegungen könnten nun angestellt werden, Fördermittel für das Projekt zu beantragen, die Luftkurort-Arendsee-GmbH mit ins Boot zu holen und so aus einem privaten Kampf gegen die Windmühlen ein Tourismusprojekt zu machen, nach dessen Fertigstellung sich andere damit schmücken könnten. Das wäre dem Arendseer auch egal – er habe diese Idee und würde sie gern umgesetzt sehen. Übrigens: Der LHW hat in dem Schreiben erklärt, dass Ende der 50er- Jahre schon eine Trockenheit herrschte, die dem See zu schaffen machte. Und der See habe sich damals langsam erholt, hieß es. Passt nicht zum Thema, aber lässt hoffen, dass der Pegel steigt – ablesbar an einem Lattenpegel.

VON HARRY GÜSSEFELD

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