Harte Entscheidung steht an

Marode Seetribüne im Strandbad Arendsee: Grundsanierung, Abriss oder Umbau

Blick auf die Arendseer Seetribüne
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Das Strandbad Arendsee kann so malerisch-wehmütig sein: Doch die Seetribüne spielt dabei eine unrühmliche Rolle. Ihre Zukunft ist unklar, ein Teilabriss bzw. Umbau steht in der Diskussion.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Sie war vor 13 Jahren mit großen Zielen eingeweiht worden, doch mittlerweile verursacht die Seetribüne im Arendseer Strandbad vor allem Kopfschmerzen.

Arendsee – In den vergangenen Jahren hat es immer wieder Ausbesserungen gegeben. Doch bei der jüngsten Schau waren diverse Mängel festgestellt worden. Der Schwamm steckt im Holz; Nässe, Algen und Moos haben das Material angegriffen. Die Folge: Die Tribüne ist seit einiger Zeit gesperrt. Zur Debatte stehen nun Abriss, Sanierung oder Umbau.

Im jüngsten Arendseer Bauausschuss waren Planer Guido Cierpinski und Zimmermeister Nils Gnoth anwesend und beantworteten einige Fragen. Ein mögliches Problem – aus heutiger Sicht – ist die Wahl des Baumaterials. 2007 sei die Entscheidung gegen Eiche und für Lärche gefallen, meinte Cierpinski. Eine leichte, filigrane Konstruktion und keine „Wuchtbrumme“. Eiche sei zu teuer gewesen, hatte Bauamtschefin Monika Günther zuvor bereits gesagt. Dieselbe Lebenszeit habe Lärche aber nicht.

Beim Sichten des Materials habe es keine Bedenken gegeben, erklärte der Zimmermeister. Es sei gutes, resistentes Holz, sagte der Planer. Die Tribüne sei damals nach dem Stand der Technik errichtet worden. Aber Holz und Wasser zusammen, das sei ein schwieriges Thema.

Das Problem, so stellte es sich während der Diskussion heraus, sei der Oberbau der Tribüne. Dort gebe es Verrottungen an neuralgischen Punkten. Der Rest wäre in einem guten Zustand, hieß es. Dennoch: „Sie ist nicht mehr zu retten“, formulierte Nils Gnoth ziemlich unmissverständlich. Durch die Art der Konstruktion sei es nicht möglich, an alle Elemente heranzukommen. „Entweder grundsanieren oder abreißen“, erklärte Cierpinski.

Dabei ergibt sich eine weitere Schwierigkeit. Denn es gibt noch bis 2023 eine bestehende Fördermittelbindung. Bürgermeister Norman Klebe benötige demnach eine Antwort von der Investitionsbank Sachsen-Anhalt, um eine mögliche Umnutzung durchzubekommen. Die alten Konzepte eines Open-Air-Kinos und einer Wettkampfstätte für Schwimmen scheinen sich jedenfalls überholt zu haben. Das sollte bei weiteren Schritten bedacht werden, merkte Stadtrat Uwe Walter (CDU / SPD) an.

Doch was kostet eine Sanierung?, wollte Stadtrat Jens Reichardt (Arendsee-Land / Freie Liste) von Cierpinski und Gnoth wissen. Da müsse erst nachgerechnet werden, erhielt er als Antwort im Bauausschuss.

Stadtratschef Frank Rossau (Arendsee-Land / Freie Liste) fragte nach der Möglichkeit, den Oberbau der Tribüne aus Stahl statt aus Holz zu fertigen. Technisch sei das möglich, erwiderte Planer Guido Cierpinski. Er wolle das mal durchrechnen, warnte allerdings davor, dass die Stahlpreise mit denen für Holz wachsen.

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