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Seetribüne: Arendsees Stadtverwaltung empfiehlt Plattform-Lösung

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Von: Jens Heymann

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Die Seetribüne im Arendseer Strandbad
Die Seetribüne im Arendseer Strandbad ist in knapp 15 Jahren von einer Attraktion zum Sorgenkind geworden. Nun könnte der marode Teil zu einer Plattform umgebaut werden – falls der Stadtrat dem entsprechenden Grundsatzbeschluss zustimmt. © Heymann, Jens

Die Zukunft der Seetribüne im Arendseer Strandbad steht demnächst zur Entscheidung an. Bürgermeister Norman Klebe will einen Grundsatzbeschluss erreichen, dass das teilmarode Bauwerk zu einer Veranstaltungsplattform umgebaut wird – so wie es bereits seit Monaten als Wunsch geäußert wird.

Arendsee – Wie die AZ aus dem Rathaus erfuhr, hat mittlerweile auch der einstige Fördermittelgeber – die Investitionsbank Sachsen-Anhalt – dem Vorhaben im Großen und Ganzen zugestimmt. Nun soll sich kommende Woche zunächst der Finanzausschuss äußern und dann später der Stadtrat eine Entscheidung treffen.

Laut Auskunft von Bürgermeister Klebe muss Arendsee so oder so viel Geld bezahlen. Entweder rund 250 000 Euro für den Umbau oder aber knapp 150 000 Euro (plus Zinsen) an Fördermitteln zurück ans Land, falls komplett abgerissen oder nichts gemacht werden soll. In diesen beiden letztgenannten Fällen würde die Seetribüne nicht mehr ihren ursprünglichen Zweck erfüllen. Und so müsse ein Teil der 665 000 Euro Fördermittel zurückgezahlt werden.

Langfristig hätte die Stadt also mehr von einem Umbau, ist Norman Klebe überzeugt. Zumal die Plattform dann weiterverpachtet werden könnte oder etwas anderes. Gut möglich, dass es mancher Stadtrat anders sieht. Das Stadtparlament soll das letzte Wort haben.

Wer sich wundert, dass plötzlich von 250 000 Euro Umbaukosten die Rede ist – ein beauftragtes Ingenieurbüro hat in der Zwischenzeit genauer kalkuliert. Somit sind weitere 100 000 Euro dazugekommen.

Die Arendseer Seetribüne war vor mehr als einem Jahrzehnt im Rahmen eines größeren Projektes errichtet worden. Bauende war der 28. Juni 2008. Für 15 Jahre gilt die Bindefrist der Fördermittel, also bis Sommer 2023. Das ist auch der Grund, warum Arendsee auf das Wohlwollen der Investitionsbank angewiesen ist.

Vor zwei Jahren sind fortgeschrittene Fäulnisschäden an der Tribüne festgestellt worden. In der Konsequenz wurde die Sitzfläche der Holzkonstruktion gesperrt. In der Begründung des nun angestrebten Grundsatzbeschlusses zum Umbau heißt es, der Schaden „ist so massiv, dass von einem wirtschaftlichen Totalschaden in Bezug auf die Sitzflächenkonstruktion ausgegangen werden muss“.

Seitdem hat es Gespräche zwischen Verwaltung, Politikern, Planern, Fachunternehmen und dem Land gegeben. Im Rathaus wird der Umbau zur Plattform empfohlen. Nur so können die Nutzung und der touristische Anziehungspunkt sichergestellt werden, heißt es.

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