Mehrtägige Gespräche mit Experten aller Bereiche im März 2013 / Phosphor soll aus der „Blauen Perle“ raus

Seesanierung wird zum Marathon

Die Idylle des Arendsees, wie mit einem Drachenboot, konnte in dieser Saison uneingeschränkt genossen werden. Anders als in einigen Jahren zuvor waren keine Warnhinweise zu Blaualgen nötig. Deren massenhafte Vermehrung zu gesundheitlichen Problemen (zum Beispiel Allergien) bei Badegästen führen kann. Foto: Ziems

Arendsee. Die Blaualge tauchte in diesem Jahr im wahrsten Sinne des Wortes nicht auf – Badegäste waren zufrieden, das Gesundheitsamt hatte an der Wasserqualität nichts zu bemängeln. Und so ist es auch um die Seesanierung ruhiger geworden. Aber nur in der Öffentlichkeit.

Die Verantwortlichen bereiten eine mehrtägige Veranstaltung vor. „Vom 18. bis 21. März 2013 werden Experten diskutieren, wie es nun mit dem Arendsee weiter gehen soll“, informierte Gert Reckling gestern auf Nachfrage der Altmark-Zeitung. Der stellvertretende Bürgermeister vertritt die Einheitsgemeinde in einer Landesarbeitsgemeinschaft, die extra wegen der Probleme am Arendsee gegründet wurde.

„Ende des Jahres geben wir einen Bericht mit unseren Vorstellungen ab. Die Entscheidung trifft aber der Landtag“, unterstrich Gert Reckling und weiter: „Es gibt Jahre mit wenig Problemen. Aber wenn sich die Algen wieder massenhaft vermehren, sollte keine Panik ausbrechen. Die Sanierung ist weiter Thema, da der Phosphorgehalt steigt.“

Der Phosphor bildet die Nahrungsgrundlage für die Blaualge und soll mit einer chemischen Ausfällung reduziert werden. Dafür sprach sich vor einigen Wochen auch der Stadtrat aus. Allerdings unter der Maßgabe, dass Umwelt sowie Tourismus nicht leiden. Da der See dem Land gehört, hat Magdeburg das letzte Wort. Die Landtagsabgeordneten warten auf die Ergebnisse der intensiven Forschungen. Denn das Ausfällen allein genügt nicht, der Eintrag neuen Phosphors muss reduziert werden. Eine Quelle wurde unterhalb des Horning ausgemacht. Über das Grundwasser soll Phosphor in den See gelangen. Darum gab es einen Anruf an Brunnenbesitzer, Proben der Forschung zur Verfügung zu stellen (AZ berichtete).

Rund zwei Tonnen Phospor gelangen laut der Forscher des Leibnitz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei jährlich in den See, die „Blaue Perle“ kann nur die Hälfte abbauen. Über die Jahrzehnte haben sich 25 Tonnen angesammelt. „Diese Altlasten gilt es zu beseitigen“, erkläre Gert Reckling. Über das Wie gab es immer wieder Diskussionen, einige Arendseer möchten keine Chemie im Wasser. Doch die Verantwortlichen favorisieren diese Maßnahme und verteitigen sie während vieler öffentlicher Veranstaltungen immer wieder.

Mit der Veranstaltungsreihe im März 2013 sollen Details zusammengefügt werden, um die Entscheidung zu erleichtern. „Wir möchten die Öffentlichkeit beteiligen und sind sicher, dass das Land nicht gegen den Willen der Stadt entscheidet“, so der Vize-Bürgermeister abschließend.

Von Christian Ziems

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