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Seeparzellen: Nicht alle Eigentümer von Weg über Bebauungsplan überzeugt

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Von: Jens Heymann

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Versammlung am Mittwoch im Integrationsdorf Arendsee: Die Seeparzelleneigentümer erfuhren dort den aktuellen Stand der Bauplanung.
Versammlung am Mittwoch im Integrationsdorf: Die Seeparzelleneigentümer erfuhren dort den aktuellen Stand. Mit Kritik wurde nicht gespart. © Heymann, Jens

Im Kindercafé des Integrationsdorfes Arendsee (IDA) hat es am Mittwochabend eine Versammlung der Eigentümer und Pächter der Seeparzellen gegeben. Auf der anderen Seite saßen Verwaltung und Planer, um über das laufende Verfahren zu informieren.

Arendsee – Bedauerlicherweise – und das wurde am Abend mehrfach erwähnt – fehlten Vertreter der Kreisverwaltung wie auch des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, kurz LHW. Denn der Arendsee ist bekanntermaßen im Eigentum des Landes.

Somit verließen die Anwesenden das IDA mit einigen Fragezeichen. Während die Stadt Arendsee hinter den Eigentümern steht und durch einen Bebauungsplan einerseits Bestandssicherheit für die Bauten auf den Seeparzellen und andererseits Rechtssicherheit für künftige Bauvorhaben anstrebt, hätten einige Anwesenden lieber gewusst, warum sich die Kreisverwaltung am Ufer in den Weg stellt.

Im Laufe des Abends kristallisierte sich zudem heraus, dass längst nicht alle Betroffenen einen Sinn in einer Beplanung der Seeparzellen sehen. Manch einer will dort schlicht nichts bauen, andere befürchten, nachher schlechter dazustehen als vorher. Außerdem könne ihnen niemand garantieren, nach dem Bezahlen auch das zu bekommen, was sie wollen. Die Mehrheit schwieg und hörte den Argumenten zu.

Wie die AZ aus dem Bauamt erfuhr, haben bereits viele Parzellenbesitzer ihren Anteil am Bebauungsplan bezahlt. Alle wären der Stadtverwaltung am liebsten, hieß es. Und auch, dass die negativen Konsequenzen, sollte nichts unternommen werden, überwiegen könnten.

Noch mal zurück zum LHW: Am Abend konnte nicht geklärt werden, wo die Grenze zwischen Privatbesitz und See, also Landeseigentum, gezogen wird. Davon ausgehend, soll nämlich ein Streifen von zehn Metern unbebaut bleiben. Laut Planer ein Kompromiss. Für manchen Eigentümer ein fauler, denn es könnte sein, dass die Grundstücke gar nicht lang genug sind. Wer bauen will, säße womöglich schon halb auf dem Seeweg.

Anderen Parzelleneigentümern ging es nur darum, ihren Bestand abzusichern. Ein möglicher Rückbau sei „die große Angst“, wurde gesagt. Die Stadtverwaltung versuchte zu beruhigen: Die Daten der Abfrage werden zusammengetragen, an den Planer geleitet und eine Lösung im Sinne aller angestrebt. Dafür wollen sich Rathaus und Stadtrat einsetzen.

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