Mit einfacheren Mitteln zum Ziel

Seeparzellen in Arendsee: Ausschuss vergibt Auftrag für Bebauungsplan

Seeparzellen am Ufer des Arendsees
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Um die Seeparzellen am Ufer des Arendsees gibt es seit Jahren Diskussionen. Mit einem vereinfachten Bebauungsplan soll die verfahrene Situation gelöst werden. Am Dienstag wurde ein Ingenieurbüro beauftragt.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Die Hoffnung ist gestiegen, das Dilemma um die Seeparzellen in Arendsee mittelfristig zu lösen. Der Bauausschuss hat am Dienstagabend im Rathaus hinter verschlossenen Türen ein Ingenieurbüro mit dem Erstellen eines Bebauungsplanes in vereinfachter Form beauftragt. Bürgermeister Norman Klebe rechnet allerdings mit mindestens einem Jahr für das gesamte Prozedere.

Arendsee – Seit mehreren Jahren hat sich die Situation um die südliche Uferzone des Arendsees zu einem regelrechten Gordischen Knoten verdichtet, der augenscheinlich nur schwer zu durchschlagen ist. Weil es sich nach Standpunkt des Altmarkkreises um einen Außenbereich handelt, sind Bauvorhaben oder Änderungen dort schwierig geworden. Von vielen ungenehmigten Aktivitäten, etwa dem Befestigen des Ufers, berichtete die Kreisverwaltung beispielsweise im Jahr 2017.

Schon damals wurde ein Bebauungsplan als rechtlich saubere Lösung empfohlen. Der kostet aber ordentlich Geld, und deshalb brauchte es einige Jahre, bis nun ein Ausweg gefunden wurde. Mit einem sogenannten Textbebauungsplan soll es billiger und einfacher werden.

Laut Bürgermeister Klebe belaufen sich die Kosten für die Ingenieurleistungen auf weniger als 50 000 Euro. Satzungsgemäß muss daher der Stadtrat nicht final entscheiden – es reicht das Votum des Bauausschusses.

Im Rathaus ist man zuversichtlich, dass der überwiegende Anteil der Seeparzellen-Eigentümer sich an den Kosten beteiligen wird. Stadtchef Klebe glaubt darüber hinaus daran, dass von den übrigen noch weitere aufspringen werden, sobald Fortschritte erkennbar sind. Die Stadt selbst sitzt ebenfalls dick im Kostenboot.

Schon im September war im Arendseer Bauausschuss die Möglichkeit angesprochen worden, dass die Eigentümer Art und Größe ihres Bestandes auf den Parzellen selbst zusammentragen und melden – mit stichprobenhafter Kontrolle. Als Hausaufgaben bezeichnete Norman Klebe es gegenüber der AZ.

Die günstige Lösung hat allerdings auch ihre Kritiker. So gibt es nach Informationen der Altmark-Zeitung im politischen Umfeld von Arendsee durchaus Stimmen, die eine ordentliche Vermessung der Seeparzellen als besseren Weg empfunden hätten. Um beispielsweise Klarheit darüber zu schaffen, wo die jeweilige private Parzelle aufhört und das Landeseigentum des Sees beginnt. Das, so ist zu hören, müsse nämlich nicht immer mit der heutigen Uferlinie übereinstimmen. Da hätte sich die Stadt Arendsee, so die eine oder andere Stimme, ruhig mit dem Land zusammenschließen und über eine anteilige Kostenübernahme verhandeln können.

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