Carsten Krüger sucht Hilfe / Beschwerde aus 2012 noch nicht behandelt

Die Schweine stinken, aber Rinder nicht?

Immer mal wieder lässt die Familie Krüger ihr Kunstwerk an der B 190 stehen. Der Unmut über die zahlreichen Tiergroßbestände und die dadurch verursachte Geruchsbelästigung hatte Krügers dazu veranlasst, so dagegen zu protestieren. Foto: Güssefeld

Arendsee / Binde. In Binde ist es klar: die Schweinemastanlage an der Straße sorgt für Geruchsbelästigung. Das ist im Osten des Dorfes sehr zu merken, so dass eine Bürgerin bereits seit Jahren ein Geruchstagebuch führt (wir berichteten).

Von Brechreiz ist die Rede, von einer ständigen Belästigung, vor allem auch an den Wochenenden. Die Lage ist klar: Die BI Binde macht sich Sorgen um ihre Bürger, indem sie auch das Thema Gestank mit in ihr Vorhaben integriert, die Menschen von den Belästigungen durch die Anlage des Unternehmers Straathoff zu befreien. Behörden hatten bereits Geruchs-Vor-Ort-Termine veranstaltet, bei denen nichts Auffälliges bemerkt wurde. Das Landesverwaltungsamt sieht in Sachen Gestank keinen Handlungsbedarf – vielleicht hilft die Auflage, dass 500 Tiere weniger in der Anlage gehalten werden dürfen (wir berichteten) – hoffen die Betroffenen.

Ein Binder, der sehr oft die Stadtratssitzungen nutzt, um auf seine Situation aufmerksam zu machen, ist Carsten Krüger. Er wohnt am Dorfende in Richtung Salzwedel, also im Westen des Ortsteiles von Arendsee. Jüngst hatte er wieder die Einwohnerfragestunde während einer Stadtratssitzung genutzt, um nachzufragen, inwieweit seine Fragen im Stadtrat bzw. Bauausschuss erörtert wurden. Doch Krüger hat scheinbar ein Problem, wie er erklärte. Ihn stört weniger der Schweinegestank, sondern der „Gestank, der von der Rinderanlage in der Nähe meines Hauses ausgeht“, wie er betonte.

Bereits am 21. Oktober 2012 habe sich Krüger schriftlich mit einer Beschwerde an Bürgermeister, Stadtrat und Bauausschuss gewandt. Inhalt: Die Zustände seien nicht mehr tragbar, die Familie leide unter dem Gestank, der von der Rinderanlage ausgeht. Am 3. Juni, während der jüngsten Stadtratssitzung in Zühlen wollte Krüger nun wissen, ob die Beschwerde bereits behandelt wurde. Bürgermeister Norman Klebe sprang ein, erläuterte, wie sich die Stadt gegen den Gestank wehre. Gemeint war aber der Schweinegestank, um den es Krüger aber nicht geht. Bauamtsleiter Gert Reckling kündigte an, die konkrete Problematik nun doch in den Bauausschuss zu bringen – und später in den Stadtrat.

Petra Hennings, Stadträtin und BI-Aktivistin, machte Krüger nicht viel Mut. „Es gab Kontrollen, die Anlage wird ordentlich geführt und es gibt kaum Beschwerden“, sagte sie. Da könne man nichts machen.

Von Harry Güssefeld

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