Bürger sind verunsichert

Schwarz oder weiß: Diskussion ums Breitband in Arendsee trägt kuriose Züge

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In Arendsee (hier Neubau Friedensstraße) wurden einst Leerrohre verlegt. Irgendwann könnte dort Glasfaser verlegt werden, hieß es. Aber keiner weiß es genau.

Arendsee. Der Zweckverband Breitband Altmark (ZBA) wird nicht müde, Bürger für eine Investition in die Zukunft zu gewinnen. Ab Januar sollen wieder Infoveranstaltungen dazu dienen, die Bereitschaft der Bürger zu intensivieren, „etwas Gutes für die Altmark“ zu tun.

Doch die Praktiken des ZBA sind nicht unumstritten. Auch im Hinblick auf die bereits abgeschlossenen Verträge mit Bürgern, die schon lange wieder hinfällig sind. „Ich fühle mich veräppelt, ich mache da nicht mehr mit“, so Stadträtin Christel Tiemann. Für Verwunderung sorgte Bürgermeister Norman Klebe mit der Aussage, dass nicht alle Flächen im besagten Versorgungsgebiet mit Glasfaser durch den ZBA erschlossen werden können. „Es gibt in den Orten weiße und schwarze Flecken“, sagte er. Und meinte, weiße Flecken könnten versorgt werden, schwarze aber nicht. Und wie gelangt nun ein 70- oder 80-jähriger Dorfbewohner an die Informationen, ob sein Haus in dem einen oder anderen Gebiet liegt? Das könnte bei einem Besuch der Infoveranstaltungen geklärt werden, falls sich auch alte Menschen dorthin bewegen, um sich sagen zu lassen, dass sie nicht durchs Raster fallen – oder eben doch. Oder sie könnten ja, so heißt es, im Internet erfahren, ob es für sie in Frage kommt. Internet? Aber das hat man ja noch nicht, wenn man beim ZBA vorstellig wird.

Entscheidet sich der Hausbesitzer für eine Investition durch den ZBA, wird sein Grundstück – vielleicht – erschlossen. Dann nämlich erst, wenn es genügend Interessenten gibt. Sauer stößt einigen der Interessenten auf, die sich ernsthaft um einen Glasfaseranschluss bemühen, dass schon ein Internetanbieter mit im Boot sitzt. Der heißt DNS-Net und wird für zwei Jahre gebucht. Von freier Auswahl keine Rede, auch wenn im Vorfeld beruhigt wird, dass nach zwei Jahren gekündigt werden kann. Aber welche Kosten auf einen zukommen: Fehlanzeige.

Die Infoveranstaltungen beginnen am Montag, 7. Januar, um 19 Uhr in Binde.

Von Harry Güssefeld

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