Mütter sehen Grund im Einsatz eines Linienbusses – und auch Gefahren

Schulkinder aus Harpe sind manchmal zu spät

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Gestern Morgen gegen 7 Uhr an der Bushaltestelle in Harpe. Die Schulkinder warten auf den Bus 200, einen Linienbus, der zwischen Wittenberge und Salzwedel pendelt und für Leppin, Harpe und Genzien als Schulbus fungiert.

Harpe. Noch etwas verschlafen stehen die Kinder in Harpe an der Bushaltestelle. Doch das wird sich bald ändern – denn der Bus kommt wenige Minuten nach 7 Uhr, die Schule beginnt um 7. 25 Uhr.

„Das ist kaum zu schaffen, weil der Linienbus, den die Schüler nutzen müssen, nicht nahe der Schule, sondern an der Bahnhofstraße an der alten Post hält“, so Beatrix Falke, eine besorgte Mutter. Die Kleinsten mussten bislang von dort allein zur Schule – seit einigen Tagen werden sie aber abgeholt. „Dennoch ist der Weg auch durch die Baustelle Feldstraße lang und gefährlich, weil nicht nur die offiziellen Schulbusse, sondern auch die Eltern, die ihre Kinder mit dem eigenen Auto bringen, die Straße gerade zu dieser Zeit nutzen“, erklärt die Mutter gestern Morgen. Und trotzdem sich die Kinder beeilen, würden „sie oft angezählt“, warum sie so spät zum Unterricht kommen. „Warum erfolgt keine Abstimmung zwischen Schule und den Busunternehmen? Warum werden die Kinder diesem extremen Stress ausgesetzt“, fragt Sabrina Görtzen, eine weitere Mutter, gestern an der Haltestelle. Kritisiert wird aber auch generell, dass der Bus nicht als Schulbus fährt und die Fahrer diesbezüglich nicht sensibilisiert seien. Wer passe im Bus auf die Kinder auf? Wer schaut drauf, welches Kind aussteigen muss? Es sei bereits vorgekommen, so hieß es gestern, dass ein Mädchen dass Aussteigen verpasst habe und das nicht bemerkt wurde. „Wir wollen hier nicht die Busfahrer des Linienbusses allein verantwortlich machen, aber es ist so, dass ein Schulbusfahrer sicherlich alles mit anderen Augen sieht“, machten die Mütter gestern Morgen deutlich.

„Warum bekommen Leppin, Harpe und Genzien keinen eigenen Schulbus?“, fragen sich die Frauen aus Harpe. Die Katastrophe setze sich auch am Nachmittag fort. Dann kommen die Kinder mit einem Bus zurück, in dem sie, weil er so voll ist, oft keinen Sitzplatz finden und stehen müssen. „Wir machen uns Sorgen um die Kleinen“, machen die Mütter deutlich.

Sie fordern „gleiches Recht für alle“ und einen Schulbus, der unabhängig vom Linienverkehr fährt. „Wir wünschen uns, dass ein Schulbus fährt, dessen Fahrer weiß, dass er auch kleine Knirpse an Bord hat, die Beachtung und Hilfe brauchen, wenn es notwendig ist“, so Beatrix Falke. Und hofft damit entsprechendes Gehör zu finden.

Von Harry Güssefeld

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