Heimleiter kämpft um eine Lösung

Schulbus fährt nicht über Ortwinkel: Kreis lässt Kinderheim weiter warten

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Für die zehn Kinder vom Kinderhof „Löwenzahn“ gibt es keinen Schulbus.

Ortwinkel – Der Altmarkkreis ist für den Schülerverkehr verantwortlich. Doch das, was sich in Ortwinkel seit Jahren vollzieht, ist für den Heimleiter des Kinderhofes „Löwenzahn“ nicht akzeptabel. Denn: Für seine Heimkinder gibt es keinen Schülertransport.

Vor gut einem Jahr gab es einen großen Vor-Orttermin – mit Vertretern des Kreises, der Stadt, der Polizei.

Mit dem Ergebnis: Schülerbusverkehr sei nicht möglich, weil die Busse ja gar nicht in Ortwinkel drehen können – und weil die Straße zwischen Rademin und Fleetmark über Ortwinkel nicht voll ausgebaut ist. Die kleine Lösung: eine Rufbushaltestelle. Kleine Transporter sind möglich. „Ich werte diese Rufbushaltestelle als sehr positiv. Für die Einwohner und auch für unsere Kinder, wenn sie ihn in der Freizeit brauchen “, so Tiebermann. Aber das alles habe mit dem Schülertransport nichts zu tun.

Der werde morgens selbst organisiert. Hausmeister Ronald Schulz fährt mit dem Transporter zweimal nach Fleetmark. Denn mit einer Fahrt bekommt er die Kinder nicht alle mit. „Gefahren wird nur bei schlechtem Wetter und im Winter bei Kälte“, so Tiebermann. Ansonsten fahren die Kinder mit dem Rad nach Fleetmark zur Haltestelle oder in die Schule. „Sicherlich machbar, aber wir haben hier die Verantwortung für die Kinder“, so der Heimleiter. Auch die Tatsache, dass Kindern auf dem Weg etwas passieren könnte, spielt dabei eine Rolle.

In Ortwinkel wird den Kindern ein geregeltes Leben ermöglicht. Ohne Vorschriften gehe es nicht. Deshalb wünscht sich Tiebermann auch einen Schulbusverkehr. „Wenn es an der rund 230 Meter langen Betonspurbahn liegt, auf der ein Begegnungsverkehr schwierig ist, dann könnte man doch auch dort eine Lösung finden“, meint der Heimleiter.

„Uns ist nicht geholfen, wenn es heißt, wir bezahlen euch den Aufwand für die Fahrten“, heißt es weiter. Schülerverkehr sei Kreisaufgabe. Und darauf hoffen die Ortwinkler Erzieher und natürlich auch Kinder. Aussitzen könne man das Problem nicht. Auch wenn die derzeitigen Kinder im Heim irgendwann selbstständig leben, werden wieder neue einziehen. Mit gleichen Sorgen und Problemen.

„Wir haben die Unterstützung des Ortschaftsrates und der Stadt“, macht sich Bernd Tiebermann Hoffnung.

VON HARRY GÜSSEFELD

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