Ordnungsausschuss will Busverkehr aus der Alten Poststraße verbannen

Arendsee: Schul-Haltestelle bald am Markt?

Die Forderung in Arendsee: Keine Busse mehr auf der Alten Poststraße.
+
Die Forderung in Arendsee: Keine Busse mehr auf der Alten Poststraße.

Arendsee – Das Interesse der Bürger an Sachthemen scheint größer zu werden – am Dienstagabend wollten so viele beim Ordnungsausschuss dabei sein, dass Ausschussvorsitzender Hans-Joachim Hinze die Reißleine zog und zwei Personen den Zutritt zum Sitzungszimmer verboten hatte – aus Gründen der nicht einzuhaltenden Hygienemaßnahmen.

Thema war wieder einmal die Alte Poststraße. Im Zusammenhang mit dem Schülerverkehr.

Der, so hatte sich der Ausschuss bereits bekannt, dort nicht mehr stattfinden soll. Die Verwaltung sollte, so hieß es, zwischenzeitlich mit der PVGS Kontakt aufnehmen, um Alternativen zu diskutieren. Verwunderung herrschte deshalb bei den Ausschussmitgliedern, als Hauptamtsleiter Michael Niederhausen erklärte, eine notwendige Diskussion mit Polizei, PVGS und Kreisverwaltung sei angesichts Corona derzeit nicht möglich. Die Stadträte forderten aber ein schnelles Handeln. Grundtenor: Die Sache ist eine Arendsee-Angelegenheit, und deshalb bestimmten auch die Arendseer, wie der Schülerverkehr in dem Ort organisiert wird. Ein Stadtrat zur AZ: „Das hört sich ja an wie Erpressung durch die PVGS.“

Klar ist, dass die Alte Poststraße nicht für den Busverkehr geeignet ist. Aber das ist sie schon seit Jahren nicht. 7,5 Tonnen Begrenzung, und jeden Tag Busse mit einem Gewicht von bis zu 20 Tonnen – das sei nicht gut gegangen. Anwohner machten wieder einmal deutlich, wie sie unter dem Verkehr leiden, wie Bankette vernichtet und Menschen Gefahren ausgesetzt sind, weil die Straße viel zu schmal ist. „Der Schülerverkehr dort muss aufhören“, so Stadtrat Uwe Walter. Zu den Kritikern des aktuellen Zustandes gehörte zum wiederholten Mal auch Anwohner Klaus Lühe. Der Schülerverkehr soll dort weg. Die Ausschussmitglieder forderten nun Nägel mit Köpfen. Die einstige Idee, den Schülerverkehr über den Busbahnhof am Bahnhof abzuwickeln, ist längst verworfen. Eltern hatten sich dagegen ausgesprochen, die Wege wären zu weit und gefährlich (wir berichteten).

Stadtrat Martin Retzlaff hatte die Idee, die Feldstraße zu einer Einbahnstraße – aus Richtung Innenstadt – zu machen. Und die Schulbusse an der Grundschule halten zu lassen. Das war nur eine Idee – eine andere war, den Schülerverkehr über den Marktplatz abzuwickeln. So, wie es organisiert war, als die Bahnhofstraße gebaut wurde. „Wir müssen die Leute von der PVGS jetzt nach Arendsee holen und in einer Fünfergruppe, wenn das erlaubt ist, darüber reden“, forderte der Ausschussvorsitzende. Abwarten, bis Corona kein Thema mehr ist, sei keine Alternative. Es müssten endlich Änderungen greifen, weil es so, wie es derzeit läuft, nicht mehr gehe.

Welche Auswirkungen der Schülerverkehr über den Marktplatz habe – hinsichtlich Lärm und möglichen Verunreinigungen – war nicht Gegenstand der Diskussion. Wohl aber wurde betont, dass die Wege der Schüler vom Marktplatz bis zu den Schulen zumutbar und sicher seien. Ungeachtet der noch ausstehenden Stellungnahme der PVGS stellte der Ausschuss klar: „Wir müssen fordern. Wir müssen sagen, was wir wollen.“

Die Zeiten des Schülerverkehrs über die Alte Poststraße scheinen bald vorbei. Wie lange es noch dauert, bis die Schüler woanders ein- und aussteigen, das kann allein die Verwaltung beeinflussen. Der Ordnungsausschuss macht Druck. Auch deshalb, damit Anwohner an der Alten Poststraße wieder normale Zustände vorfinden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare