Ältester Verein der Seestadt feiert am Sonnabend / Schilde und Ketten als Symbol der Würde

138 Schützenkönige in 200 Jahren

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Matthias Goyer erhielt 2008 von Heinrich Rehr noch die alte Schützenkette der Schützengesellschaft.

Arendsee. Die Arendseer Schützen feiern am Sonnabend, 22. April, ab 16 Uhr mit einem Erinnerungsfoto auf dem Marktplatz. Anschließenden geht es zum großen Festempfang in Flair-Hotel „Deutsches Haus“.

Zum 200-jährigen Bestehen werden neben Gästen des Kreissportbundes sowie dem Landes- und Kreisschützenbund zahlreiche Vertreter der Stadt sowie Abordnungen befreundeter Vereine erwartet. Vereinsvorsitzende Monika Rehr sowie der langjährige Vorsitzende Heinrich Rehr werden mit dem Schützenkönig Gerhard Ullerich Glückwünsche entgegennehmen. Gerhard Ullerich ist der 138. Schützenkönig in Arendsee, denn in den Kriegszeiten sowie während der DDR wurden keine Schützenkönige in der Seestadt ermittelt.

Dieses Amt erreicht traditionell nicht der beste Schütze, sondern der Teilnehmer, der beim Königsschuss den höchsten Rang erzielt hat. So wurde zum Beispiel auf dem Schützenfest 1926 Schornsteinfegermeister Erfurt Schützenkönig. Die höchste Ringzahl erreichte jedoch August Ziems, der dafür eine Medaille erhielt. Der erste Schützenkönig war im Gründungsjahr 1817 Kaufmann Muhl. Letzter Schützenkönig der alten Schützen- Gilde wurde Justitzinspektor Wernecke 1940, er konnte jedoch sein Amt durch den Zweiten Weltkrieg nicht mehr ausüben.

Wer einmal die Königswürde trug, konnte nicht mehr an dem Königsschuss teilnehmen und somit auch nicht zum wiederholten Mal Schützenkönig werden. Dies änderte sich mit Gründung der Schützen Gesellschaft 1995. Geschossen werden dabei drei Schuss mit dem KK-Gewehr auf eine 10er Scheibe in 50 Meter Entfernung. Erster Schützenkönig nach der Wiederbelebung des Vereins wurde 1996 Klaus Körner. In den Jahren 1996 und 1997 schossen die Arendseer Schützen ihren König auf der Schießanlage in Lüchow aus, da die eigene Schießanlage in Zießau am Lomitzer Weg noch nicht fertig war. Erst 1998 konnte Marko Schmitz als neuer Schützenkönig auf dem eigenen Stand ermittelt werden.

Die lange Zeit als verschollen geglaubte silberne Amtskette.

Doch für die Schützen sind Königsschilde und Ketten wichtig. Das erste Schild ging im großen Stadtbrand von 1831 verloren. Der Brauer Sanne schenkte daraufhin 1839 eine Neue aus Silber. Dieses wurde 1910 aufgearbeitet und durch eine Kette mit den Namen aller Könige ergänzt. Das Schild wurde 2002 feierlich aus Privatbesitz wieder an den Verein übergeben. Ein weiteres Schild gab es 1925 von Hermann Ahl aus Hildesheim. Diese Kette zeigt eingraviert die Namen von 100 Schützenkönigen. Es ist mit den Symbolen der Stadt umrahmt und trägt als Abschluss das Stadtwappen. Die Namen der weiteren Könige sind auf kleinen Schildchen verzeichnet.

Die heute verwendete Kette wurde 1995 erstmals vergeben. Sie besteht aus einem Schild an dem die jeweiligen Schützenkönige nach altem Vorbild ihre Namensschilder anbringen konnten. Dieses Exemplar wurde 2013 durch eine neue und leichtere Kette ersetzt, die bis heute den König verliehen wird.

Von Eckehard Schwarz

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